Griechenland: Bundesbank rechnet 2014 mit weiteren Hilfszahlungen

11. August 2013 - 08:45 - 1 Kommentar

Unmittelbar vor der Bundestagswahl hatte die Regierung eine Diskussion rund um die Hilfen für Griechenland unbedingt vermeiden wollen. Weitere Hilfszahlungen hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bislang kategorisch ausgeschlossen. Die Bundesbank geht jedoch in einem internen Papier davon aus, dass 2014 weitere Zahlungen erfolgen werden.

Trotz aller Bemühen kommen die Reformen in Griechenland nur mühsam voran. Die angestrebte Neustrukturierung und die Sparzwänge haben das Mittelmeerland mittlerweile in das sechste Rezessionsjahr in Folge gehen lassen. Erst vor wenigen Tagen musste die Regierung des Landes eine neue Rekordarbeitslosigkeit vermelden, die mit 27,6 Prozent doppelt so hoch ist wie der Durchschnitt in der Euro-Zone. Erst im kommenden Jahr wird ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent erwartet – ein Rückgang der Arbeitslosigkeit sogar erst 2015.

Griechenland: Bundesbank rechnet 2014 mit weiteren Hilfszahlungen

Angesichts dieser Zahlen ist es eigentlich fast eine logische Konsequenz, dass Griechenland weitere Hilfszahlungen benötigen wird, auch wenn dies die Bundesregierung vor den im September stattfindenen Wahlen bislang kategorisch ausgeschlossen hat. Eine Diskussion wollte man zwingend im Wahlkampf vermeiden.

Aus einem internen Papier der Bundesbank geht jedoch hervor, dass man für 2014 mit weiteren Hilfszahlungen rechnen muss, dies berichtet spiegel.de. In der Stellungnahme wird unter anderem die jüngste Kredittranche sowie die Überprüfungsarbeit der Troika in diesem Zusammenhang kritisiert. Weiter heißt es, dass die Risiken des Rettungsprogramms “außergewöhnlich hoch” seien.

Eine Diskussion um mögliche Griechenland-Hilfen dürften insbesondere Wolfgang Schäuble alles andere als willkommen sein, dennoch lässt sich die Thematik nicht dauerhaft hinaus schieben.

Bild:Griechenland von Konstantinos Dafalias, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Griechenland: Bundesbank rechnet 2014 mit weiteren Hilfszahlungen

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Thomas am 11. August 2013 - 11:21 Uhr

Es ist lobenswert, dass die Bundesbank Griechenlands horrende Verschuldung und zögerliche Reformbereitschaft vor der Bundestagswahl nicht verschweigt. Die griechischen Staatsschulden haben sich in den letzten 10 Jahren trotz eines ersten Schuldenschnitts nahezu verdoppelt. Da sich viele wohlhabende Griechen immer noch ihrer Steuerpflicht entziehen können, werden auch weitere Kredite bzw. ein zweiter Schuldenerlass auf Kosten der Steuerzahler anderer Euroländer nur eine kurzfristige Entlastung bringen. Griechenland sollte endlich die Chance bekommen, sich im Zuge einer geordneten Insolvenz vom Euro zu befreien und wieder wettbewerbsfähig zu werden. Die Bundesregierung will das Land aber offensichtlich um nahezu jeden Preis in der Eurozone halten.

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