Zugunglück in Spanien: Lokführer telefonierte vor dem Unfall

31. Juli 2013 - 08:00 - keine Kommentare

Rund um das tragischen Zugunglück in Spanien, bei dem 79 Menschen ums Leben kamen, werden immer mehr Details bekannt. Laut aktuellen Erkenntnissen hat der Lokführer José G. unmittelbar vor dem Unfall telefoniert und eine Karte studiert. Nur wenige Sekunden später war der Zug mit Tempo 153 bei Santiago de Compostela entgleist.

Auch eine Woche später können viele Menschen das verheerenden Zugunglück in Spanien nicht verstehen. Die Vorwürfe von Gewerkschaften und Kollegen des Lokführers bezüglich der Sicherheitssysteme an der engen Unglückskurve können mittlerweile zu den Akten gelegt werden, denn immer mehr Details zu der Zeit vor dem Unfall werden in der Öffentlichkeit bekannt und offenbaren ein erschreckendes Szenario.

Zugunglück in Spanien: Lokführer telefonierte vor dem Unfall

Lokführer José G. hatte bei seiner Anhörung eingestanden im Moment des Unglück “unachtsam” gewesen zu sein. Laut aktuellen Erkenntnissen dürfte es sich dabei um eine deutliche Untertreibung handeln, denn zum Zeitpunkt des Unfalls hatte José G. telefoniert. Demnach hätte der Lokführer einen Anruf auf seinem Diensttelefon erhalten, bei dem ihm die Weiterfahrt erklärt worden war, teilte das Gericht inzwischen mit. Desweiteren hat die Analyse des aufgezeichneten Gesprächs ergeben, dass der Lokführer zudem auf eine Karte oder einem ähnlichen Papierdokument geschaut habe.

Nur wenige Sekunden später wurde eine Bremse aktiviert, die die aktuelle Geschwindigkeit von 192 Stundenkilometern auf Tempo 153 drosselte. Erlaubt waren bei dem Abschnitt in Santiago de Compostela lediglich 80 Stundenkilometer. Der Zug entgleiste und riss 79 Menschen mit in den Tod. Lokführer José G. befindet sich derzeit wieder auf freiem Fuss, darf aber das Land nicht verlassen.

Bild:Alvia von JMCR, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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