Allergie-Forschung: Gendefekt könnte allergische Erkrankungen auslösen

28. Juli 2013 - 11:30 - keine Kommentare

Ein Forschungsprojekt der John-Hopkins-Universität mit jugendlichen Probanden hat eine interessante Entdeckung geliefert: Die Wissenschaftler haben eine Verbindung zwischen einem Gendefekt und Allergien ausfindig machen können. Der Defekt habe zu angeborenen Bindegewebe-Erkrankungen geführt – er könnte aber auch allergische Erkrankungen auslösen.

58 Patienten zwischen sieben Jahren und 20 Jahren wurden am John Hopkins Children’s Center Forschungs-Untersuchungen aufgrund ihrer Erkrankung am „Loeys-Dietz-Syndrom“ (LDS). Dies ist als Bindegewebskrankheit bekannt und wird auf einen Gendefekt im Molekül „TGF-beta“ zurückgeführt. Dadurch würden nicht nur Signale an die Immunzellen gesendet, die zu ihrem Fehlverhalten führten, sagt der Kardiologe Harry Dietz, sondern auch durch den Defekt selbst Kettenreaktionen auslösen, die wiederum auch zu allergischen Erkrankungen führen könnten. Dies geschehe aber auch im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen, auf die das Immunsystem dann nicht korrekt reagieren könnte.

Studie: Allergien könnten genetisch- und umweltbedingt sein

Dieser Zusammenhang wurde schon seit langem vermutet: Genetische Grundvoraussetzungen für Allergien, die dann durch die falsche Reaktion des Körpers auf Lebensmittel, die für andere Menschen normal und unschädlich sind, oder auf Umweltstoffe, die andere gut verarbeiten können, ausgelöst werden. Die im „Science Translational Medicine“ Magzin veröffentlichte Studie sieht nun die TGFβ Moleküle als passenden Kandidaten. Das multifunktionale Zytokin sei für diverse Prozesse im menschlichen Körper, aber auch für Krankheiten zuständig, wie etwa Krebs, Herzkrankheiten und eben die Bindegewebe-Erkrankungen.

Die Patienten mit LDS weisen laut der Studie eine erhöhte Anfälligkeit für allergische Krankheiten wie Asthma, verschiedene Lebensmittelallergien, Ekzeme, Heuschnupfen und eosinophile gastrointestinale Krankheiten auf. Daher schlossen die Forscher an der John-Hopkins-Universtät darauf, dass sich die Allergien und der Gendefekt nicht nur bedingen, letzterer sogar am Anfang der Reaktionskette stehen könnte, die Erkrankungen also auslösen kann.

Loeys-Dietz-Syndrom Patienten: Höhere Anfälligkeit für allergische Erkrankungen

An der Studie „TGFβ Receptor Mutations Impose a Strong Predisposition for Human Allergic Disease“ waren Pamela A. Frischmeyer-Guerrerio, Anthony L. Guerrerio, Gretchen Oswald, Kristin Chichester, Loretha Myers, Marc K. Halushka, Maria Oliva-Hemker, Robert A. Wood und Harry C. Dietz beteiligt. In ihrer Abhandlung stellen sie die genaue Mutation der Gene fest und erklären, wie dies zur Begünstigung der Allergien führen könnte.

Bild: Allergie von Marco Raaphorst, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Allergie-Forschung: Gendefekt könnte allergische Erkrankungen auslösen

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!