George in der ARD: Doku-Drama über Heinrich George mit Götz George

24. Juli 2013 - 20:45 - keine Kommentare

Götz George spielt seinen eigenen Vater, den Jahrhundertschauspieler Heinrich George, der durch seine Mitwirkung in Nazi-Propagandafilmen auch zu den ambivalentesten deutschen Schauspielern gehört. Das Doku-Drama „George“ von Joachim Lang wird mit Spielszenen und Interviews sich seinen letzten Jahren widmen.

„Hitlerjunge Quex“, „Kolberg“ und „Jud Süß“ – aber auch „Metropolis“, „Der Andere“ und „Berlin – Alexanderplatz“ – Heinrich George war einer der größten Schauspieler auf der Bühne und im frühen Film in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts und in seinen späteren Jahren auch einer der kontroversesten. Er arbeitete mit Bertolt Brecht und Erwin Piscator, engagierte sich für die KPD und drehte Propagandafilme für das Regime Hitlers. Als Intendant des Schiller-Theaters beschäftigte er von den Nazis unerwünschte Künstler, Juden und Kommunisten, und starb in einem Internierungslager der Sowjets – sein Sohn Götz George verkörpert ihn nun in einem mutigen Doku-Drama in der ARD.

George: Doku-Drama über Heinrich George mit Götz George

Götz George erinnert sich gemeinsam mit seinem Bruder Jan an seinen Vater, den er kaum kannte: Als Heinrich George 1946 im mittlerweile vom sowjetischen Geheimdienst NKWD genutzten Konzentrationslager Sachsenhausen an Entkräftung stirbt, ist sein Sohn, der später selbst zur Schauspielgröße gelangen soll, gerade acht Jahre alt. Im Doku-Drama von Joachim Lang, der schon mit „Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?“ die Rolle Georges im NS-Propagandafilm bearbeitete, versucht nun Götz George anhand von Gesprächsaufzeichnungen und Verhörprotokollen, Briefen und überlieferten Anekdoten seinem Vater und dessen Motivation nahezukommen.

Dabei geht es weniger um die Auflösung einer Schuldfrage, sondern vielmehr um die Beschäftigung des Sohnes mit dem Vater: Die Ambivalenz des großes Schauspielers bleibt auch im Fernsehfilm unabgeschlossen, durch die gewählte Form des Dramas mit zwischengeschnittenen Interviews mit Götz und Jan George offen.

Götz George spielt seinen Vater im Fernsehfilm von Joachim Lang in der ARD

Götz George hat mit dem Fernsehfilm „George“ eine besonders schwierige Rolle übernommen, ein mutiges Projekt gemeinsam mit Regisseur Joachim Lang angegangen und vermutlich den persönlichsten Film seiner Karriere abgeliefert. Der Schauspieler selbst hätte den Ausstrahlungstermin gerne auf den 09. Oktober legen lassen, dem 120sten Geburtstag seines Vaters. Die ARD hingegen entschied sich für eine Doppelprogrammierung zum 75. Geburtstag des Sohnes, gemeinsam mit einer Wiederholung von „Schuld und Sühne“, dem Schimanski-Krimi, der vor dem Doku-Drama gesendet wird.

Die 115 Minuten lange Dokumentation mit dramatischen Elementen „George“ läuft in der ARD am Mittwoch, den 24. Juli 2013 um 21.45 Uhr.

 
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