Microsoft Surface sorgt für herbe Verluste

20. Juli 2013 - 07:23 - keine Kommentare

Mit dem Surface wollte Microsoft mit Macht auf den Tablet PC Markt drängen – und scheiterte an der Konkurrenz und dem fehlenden Interesse der Kundschaft. Mit einem massiven Preissturz will man nun die Verluste so gering wie möglich halten.

Das Microsoft Surface sollte das große Computer-Unternehmen wieder zurück an die Spitze befördern: Da die Verkäufe von Tower-Rechnern im Zuge von Tablet PCs und Desktop-Computern immer weiter zurückgehen, sollte das Surface die neuen Märkte erschließen – hierfür wurde extra das neue Windows 8 entwickelt, das bei Usern an stationären PCs oder Laptops auf nur wenig Gegenliebe stoß. Um den Ladenhüter dennoch an die Benutzer zu bringen, hat Microsoft nun die Preise für das Tablet enorm gesenkt und muss dennoch 900 Millionen Dollar als Verlust aus nicht-verkauften Geräten abschreiben. Das Quartalsergebnis fällt entsprechend schlecht aus.

Schlechte Quartalszahlen für Microsoft

Einst konnte Microsoft durch die Verbindung von in billigen Rechnern integrierten Betriebssystemen und der Entwicklung eigener Hardware, die nur hierfür passte, in kurzer Zeit die Konkurrenz von Apple, IBM, Commodore und allen anderen Computerherstellern jener Tage abhängen und sich in Büros wie in privaten Haushalten als Markführer etablieren. Spätestens nachdem Apple mit dem iMac, dem iPod und dem iPhone den Lifestyle-Aspekt für sich beanspruchte, sank Microsofts Stern und der Advent der Tablet PCs, wie auch dem Samsung Galaxy Tab, ließ das von Bill Gates aufgebaute Imperium größtenteils in Vergessenheit geraten.

Die Aktie von Microsoft fiel auf 59 Cent und der Gewinn belief sich auf etwa fünf Milliarden US-Dollar. Der Umsatz konnte derweil auf 19,9 Milliarden Dollar ansteigen, wofür vor allem die Verkäufe des sogenannten Office-Pakets verantwortlich sein dürften, das grundlegende Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen, Datenbank-Erstellung, Präsentationen und E-Mails liefert.

Computerunternehmen will sich neu positionieren

Doch selbst die gestiegenen Umsätze verfehlten die Erwartungen der Anleger: Man ging von 20,7 Milliarden Dollar aus, die nicht erreicht wurden – nachbörslich sank die Microsoft Aktie um weitere 5 Prozent. Auch das Windows 8 Betriebssystem scheint am schlechten Quartalsergebnis beteiligt zu sein: Trotz Verkaufszahlen von 100 Millionen Lizenzen zeigen sich User wenig begeistert von der Kachel-Optik und den gewöhnungsbedürftigen Neuerungen.

Amy Hood, erst im Mai 2013 zur Finanzchefin bei Microsoft ernannt, bestätigte, dass Verbesserungen dringend nötig seien, der Konzern müsse vollständig neu aufgestellt werden. Man wolle sich nun mehr auf Programme und andere Produkte, sowie auf Dienstleistungen spezialisieren.

Bild: Microsoft von kiewic, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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