Detroit meldet Pleite an: Konkurs für die Auto-Stadt

19. Juli 2013 - 11:43 - keine Kommentare

Die größte Stadt von Michigan und ehemaliger Inbegriff der Automobil-Industrie der USA, Detroit, musst Insolvenz anmelden: Fehlende Steuereinnahmen, abgewanderte Unternehmen und überhandnehmende Schulden haben nun dazu geführt, das selbst der ernannte Krisenmanager „Motown“ nicht vor der Pleite retten konnte.

Seitdem Detroit in den 1950ern die höchste Bevölkerungsrate erreichte und die Autoindustrie boomte, ist die größte Stadt in Michigan dauerhaft auf einem absteigenden Ast: Die Erdöl-Krise der 70er machte ihr schwer zu schaffen, Arbeitslosigkeit und urbaner Verfall hat die Verbrechensrate anschwellen lassen, von den ehemals 1,8 Millionen Einwohnern sind nur noch 700.000 übrig. Mehr als die Hälfte der Immobilienbesitzer konnten 2011 nicht ihre Steuern zahlen, die anhaltende Finanzkrise der Auto-Metropole wurde zusätzlich angeheizt. Im vergangenen März verkündete Detroit, einen Notfall-Manager einzustellen, am 18. Juli 2013 meldete die Stadt nun ihren Konkurs an, dem größten in der US-Geschichte.

Detroit ist Pleite: Größte Städteinsolvenz in den USA

Gouverneur Rick Snyder könnte mit seiner Einschätzung, der angemeldete Bankrott sei die einzige Alternative für Detroit, richtig liegen. Denn einer der wesentlichen Punkte, die zum Verfall der „Motown“ genannten Auto-Stadt führten, hängt mit den sinkenden Steuereinnahmen zusammen: Das Haushaltsdefizit wird mit 380 Millionen Dollar beziffert, während die Schulden Detroits zwischen 18 bis 20 Milliarden US-Dollar liegen.

Leerstehende Gebäude, verlassene Fabriken, dunkle Straßenzüge und entvölkerte Nachbarschaften gehören zum Stadtbild in Detroit: Durch den Rückgang der Autoindustrie und die hohen Arbeitslosenzahlen sind die Einwohner in Scharen in die Außenbezirke und Vorstädte gezogen – wer nicht hier wohnt und hier nicht arbeitet, kann auch hier die Steuern nicht bezahlen, die Detroit jedoch benötigt, um für die Versorgung der Bevölkerung und das Ankurbeln der Wirtschaft zu sorgen. Der Bürgermeister Dave Bing konnte zuletzt nichts mehr ausrichten, der Wirtschaftsexperte Kevyn Orr wurde ihm als Krisenmanager vorgesetzt.

Hohe Schulden, keine Steuern: Motown muss Konkurs anmelden

Doch auch jener konnte den weiteren Verfall Detroits nicht aufhalten: Kürzungen bei öffentlichen Diensten wie der Feuerwehr und der Polizei, Gehälterzahlungen aus staatlich gesicherten Anleihen und Gläubiger, die keinen Schuldenschnitt zuließen, haben der ehemaligen Industrie-Metropole den Todesstoß versetzt. Selbst die neuen Kreativ-Unternehmen, die sich in letzter Zeit ansiedelten, konnten daran ebenso wenig ändern, wie der einzige, übriggebliebene Automobil-Konzern in Detroit, General Motors. Der Insolvenzantrag muss noch von einem Gericht bestätigt und genehmigt werden.

Bild:Detroit von Patricia Drury, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Detroit meldet Pleite an: Konkurs für die Auto-Stadt

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!