Asylanträge: Bewerberzahl hat sich verdoppelt

16. Juli 2013 - 09:09 - keine Kommentare

In den ersten sechs Monaten des Jahres hat sich die Zahl der Asylbewerber beinahe verdoppelt: Über 43.000 Menschen, 20.000 mehr als im Vorjahreszeitraum, haben um die Aufnahme in Deutschland gebeten, der Großteil von ihnen stammt aus Russland, Syrien, Afghanistan und Serbien.

Jedes Jahr erhoffen sich viele tausende Flüchtlinge aus Krisenstaaten die Aufnahme in einem der europäischen Länder, 43.016 von ihnen haben Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt. Mit fast 10.000 Menschen stellt Russland dabei das Gros der Asylbewerber – man geht davon aus, dass die Zunahme im engen Zusammenhang mit der aktuellen Situation in Tschetschenien steht. Das gesamte Vorjahr sah lediglich 3.202 Personen aus den russischen Gebieten, die nach Deutschland flüchteten. Die nächstgrößere Gruppe von Asylanträgen entstammt Syrien: 4.517 Bewerber versuchen dem Bürgerkrieg gegen das Regime von Baschar al-Assad zu entfliehen.

Mehr als 43.000 Asylbewerber im ersten Halbjahr 2013

Aus Afghanistan kamen 3.448 Menschen, aus Serbien etwa 2.700, die weiteren über 20.600 Asylanträge gingen aus verschiedenen Ländern in unterschiedlichen Größenordnungen ein. Insgesamt wird den Anträgen ein Zuwachs von 86,5 Prozent vom Innenministerium beschieden – im ersten Halbjahr 2012 wurden noch 19.950 Asylbewerber gezählt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verwies darauf, dass es seit 1999 nicht mehr so viele Anträge gab, und dass dies Deutschland vor „erhebliche Herausforderungen“ stelle trotz der wirtschaftlichen Stärke.

Innenminister Friedrich zeigte sich besorgt über die neueste Statistik zu Asylanträgen: Schon im vergangenen Jahr sei ein Großteil der Asylbewerber in der EU auf Deutschland entfallen, in diesem Jahr seien es beinahe doppelt so viele. Dies führt auch zu Platz- und Versorgungsproblemen: Um die Bewerber in adäquaten Unterkünften unterzubringen, müssen Gelder aufgetrieben werden, um neue Gebäude zu bauen, oder bestehende Räume umfunktioniert werden.

Aus Russland, Syrien, Afghanistan und Serbien kommen die meisten Asylanträge

Doch nicht nur die Zahl der Asylanträge ist hoch, auch die der Ablehnungen wartet mit einer hohen Quote auf: 42,3 Prozent der 5.667 Entscheidungen allein im Juni fielen negativ für die Antragsteller aus – 2.399 Menschen wurden nicht als Flüchtlinge anerkannt. 1.834 Personen haben sich für die Rücknahme des Antrags entschieden oder ihr Verfahren wurde eingestellt, was einer Quote von 32,4 Prozent entspricht. Mit 14,6 Prozent wurden 843 Asylbewerber gemäß der Genfer Konvention anerkannt, nur 35 Menschen oder 0,6 Prozent wurde die Berechtigung eines Asylantrags nach dem Grundgesetz zugesprochen.

Bild: Deutsche Botschaft von Stefanx80, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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