Aufruhr in Ägypten: Anhänger Mursis rufen zu Massendemonstrationen auf

13. Juli 2013 - 06:45 - keine Kommentare

In Kairo wollen die Anhänger des abgesetzten Präsidenten Ägyptens, Mohammed Mursi, mit einer Massendemonstration, angekündigt als „Marsch von Millionen Menschen“, seine Wiedereinsetzung ins Amt erwirken. Die hinter dem ehemaligen Staatsoberhaupt stehende Muslimbrüderschaft hat nach gewalttätigen Zusammenstößen am Montag zum Aufstand aufgerufen.

Die islamistisch geprägten Befürworter des unlängst des Amtes enthobenen ägyptischen Präsidenten  Mohammed Mursi haben in Kairo dazu aufgerufen, in einer Massendemonstration auf die Stadt zu marschieren, um gemeinsam seine Rückkehr ins Präsidialamt zu fordern. Am Freitag sollen sich alle seine Anhänger versammeln und sich gegen die Armee stellen, deren Handeln im Zuge der Proteste gegen Mursi als Putsch angesehen wird. Man befürchtet in Ägypten nun, dass ein solcher Marsch von Millionen Menschen auch wieder zu Gewalt in Kairo führen könnte, wenn die Anhänger Mursis auf dessen Gegner und das Militär treffen.

Massendemonstration in Ägypten angekündigt: Mursi-Anhänger wollen in Kairo protestieren

Obwohl sich viele tausende Ägypter tatkräftig für die Absetzung Mohammed Mursis engagierten, hat der immerhin mit einer Mehrheit von 13.230.131 Stimmen mit einem Vorsprung von 880.000 Stimmen vor seinem Konkurrenten demokratisch gewählte Ex-Präsident auch weiterhin seine Anhänger. Erst am Anfang der Woche hatten Pro-Mursi-Demonstranten vor einer Kaserne der Armee, die den Ex-Präsidenten seines Amtes enthoben hatte, protestiert – 50 von ihnen wurden erschossen, als die Armee das Feuer eröffnete.

Die islamistische Muslimbrüderschaft, die auch hinter der „Freiheits- und Gerechtigkeitspartei“, die ihrerseits den Ex-Präsidenten stellte, bezeichnet die von General Abdel Fattah al-Sissi verkündete Absetzung Mursis als Militärputsch und hat ihre Anhänger und Wähler dazu aufgerufen, Kundgebungen und Demonstrationen abzuhalten, bis Mursi wieder im Amt ist.

Derweil haben die USA vier F-16 Kampfjets an das ägyptische Militär geliefert, das auch mit 1,3 Milliarden US-Dollar unterstützt wird – für Beobachter ein klares Zeichen, dass zumindest die Obama-Regierung die Handlungsweise der Armee nicht als Putsch wertet.

Pro-Mursi-Proteste: Anhänger wollen Ex-Präsidenten zurück ins Amt bringen

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon telefonierte am Donnerstag mit dem Außenminister Ägyptens Kamel Ali Amr und forderte ihn dabei zur Wahrung der Menschenrechte auf, zur Gewährleistung der Rede- und Versammlungsfreiheit und dazu, Racheaktionen zu unterbinden. Er zeigte sich auch besorgt über die Festnahmen, die in Ägypten anhalten.

Während in Kairo die Anhänger Mursis zu Demonstrationen aufgerufen wurden und man sich Sorgen um gewalttätige Ausschreitungen macht, appellierte Bundeskanzlerin Merkel an die Ägypter, sich bald auf den „demokratischen Übergangsprozess“ einzulassen und daran auch alle unterschiedlichen Parteien und Meinungen zu beteiligen.

Bild:Demonstrationen in Kairo von RamyRaoof, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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