Hundehautwurm bei einheimischen Mücken festgestellt

11. Juli 2013 - 14:59 - keine Kommentare

Biologen haben in drei Arten einheimischer Stechmücken den Hundehautwurm „Dirofilaria repens“ festgestellt, der eigentlich nur in südlichen Ländern vorkommt. Der Parasit befällt Hunde und Füchse und Übertragungen auf den Menschen sind selten, doch kann im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung drohen.

Mücken sind im Sommer unbeliebte Plagegeister, doch unsere heimischen Arten sorgen mit ihren Saugrüsseln für selten mehr als juckende Hautirritationen. In Brandenburg haben Biologen nun jedoch schon im zweiten Jahr Parasiten bei Mücken entdeckt, die bislang nur in Afrika, Asien und Südeuropa vorkommen: Larven des Hundehautwurms, der – wie sein Name es schon besagt – am liebsten Hunde befällt, wurden in einheimischen Stechmücken nachgewiesen. In seltenen Fällen kann der „Dirofilaria repens“ auch auf Menschen übertragen werden, wobei es hierbei noch seltener zu Krankheiten wie Hirnhautentzündung kommen kann.

Stechmücken in Brandenburg: Larven des Hundehautwurms entdeckt

In der Regel befällt der Hundehautwurm nur Hunde oder wildlebende Tiere, wie Füchse oder Marder, die bei einer Infektion die Parasiten sieben Jahre lang mit sich führen können. Juckreize und Hautentzündungen gehören bei ihnen zu den Symptomen, die aber auch völlig ausbleiben können. Die Forscher gehen davon aus, dass der Dirofilaria repens von eingeführten Hunden nach Deutschland gebracht wurde: Urlauber könnten nicht diagnostizierte und somit unbehandelte Tiere von ihren Reisen mitgebracht haben.

Obwohl der Hundhautwurm das warme Klima im Süden benötigt, um seine verschiedenen Entwicklungsstadien zu durchlaufen, wurde er in den vergangenen Jahren verstärkt auch in Tschechien, Österreich und Polen entdeckt. In drei Stechmückenarten aus Brandenburg wurden die Larven nun entdeckt, nachdem die Biologen um Professor Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Institut im Rahmen der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage“ 75.000 Exemplare in neun Bundesländern und an 55 verschiedenen Orten sammelten und untersuchten.

Hundeparasiten aus Südeuropa haben sich auch in Deutschland angesiedelt

Die Entdeckung, die in zwei aufeinander folgenden Jahren gemacht wurde, sollte für Menschen jedoch nicht prinzipiell gefährlich sein: Die Wurmlarve benötigt hohe Gradzahlen, um sich innerhalb von 30 Tagen zu entwickeln – die Lebensspanne von Mücken liegt allerdings darunter. Professor Tannich weist allerdings darauf hin, dass die Übertragung unter den Stechmücken bereits stabil verläuft. Menschen gelten aber nicht als Wirt für den Hundehautwurm, weswegen er noch vor der Geschlechtsreife abstirbt.

Symptome beim Menschen können Knoten in der Haut und Schwellungen sein, sowie frühe Stadien des Parasiten an den Augen. Hier wird dann eine Operation notwendig, wie auch eine medikamentöse Behandlung begonnen werden muss, falls sich der Hundehautwurm nach der Infektion doch bis zur Bildung von Larven weiterentwickeln sollte – denn dann droht unter anderem auch eine Hirnhautentzündung.

Bild: Mücken von gbohne, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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