WHO: Weltgesundheitsorganisation fordert vollständiges Verbot für Tabakwerbung

11. Juli 2013 - 11:00 - keine Kommentare

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihren Jahresbericht zum Tabakkonsum vorgestellt: Nach den Berechnungen könnten ab 2030 jährlich acht Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Sie fordert daher das vollständige Verbot von Werbung für Zigaretten und andere Rauchwaren.

Während in Deutschland schon seit langem keine Werbeanzeigen für Zigaretten mehr in Zeitschriften erscheinen, die Kinowerbung mit dem Marlboro-Mann aufgegeben wurde, das Fernsehen keine Glimmstängel mehr zeigt und auf den Schachteln Warnhinweise prangen, setzen anderen Länder auf drastische Bilder der gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens. Nach Meinung der World Health Organisation (WHO) reiche dies aber nicht aus, um acht Millionen mögliche Tote zu retten – sie errechnet im 2013er Jahresbericht diese Ziffer, falls nicht umgehend auf der ganzen Welt die Tabakwerbung eingestellt würde.

Tabakwerbung: WHO will umfassendes Verbot in allen Ländern erwirken

Laut der Weltgesundheitsorganisation haben 100 Länder weitreichend Maßnahmen eingeleitet, um den Tabakkonsum einzuschränken, so dass immer weniger Menschen mit dem Rauchen anfangen. 24 Staaten haben hingegen ein umfassendes Verbot für die Werbung für Rauchwerk erlassen, jedoch tun 67 Länder nichts gegen die Sucht. Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO, fordert diese auf, Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die „Bevölkerung vor Krankheit, Behinderung und Tod“ geschützt werde.

Hierzu würden auch Werbeaktionen gehören, die sich im Sponsoring von Veranstaltungen niederschlagen oder im Versenden von Gratiszigaretten. Auch die Plakatwerbung, die in Deutschland noch erlaubt ist, gehört hierzu. Während etwas weniger als die Hälfte der Weltbevölkerung von rund sieben Milliarden Menschen in Ländern leben, in denen die Tabakwerbung zumindest eingeschränkt ist, gilt dies nicht für die anderen fast vier Milliarden. Damit sei das Ziel der WHO gefährdet, bis 2025 den Konsum von Rauchwaren um 30 Prozent zu reduzieren.

WHO-Jahresreport: Acht Millionen Tote durch Tabakkonsum ab 2030 erwartet

Als Fortschritt wird die Einführung von Rauchverboten in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln gewertet: 32 Staaten hätten dies zwischen 2007 und 2012 eingeführt, 2005 unterschrieben bereits 160 Länder das WHO-Rahmenübereinkommen, das den Tabakgebrauch einschränken soll.

Durch das Rauchen werden Krankheiten hervorgerufen, die ohne die Sucht vermeidbar werden, wie Lungenkrebs und andere Krebsarten, Diabetes und Herzkrankheiten. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation könnte ein komplettes Verbot der Werbung für Zigaretten, Pfeifen und Zigarren den Konsum so weit senken, dass acht Millionen Menschen ab 2030 nicht an den Folgen sterben müssten.

Bild: Rauchen von , CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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