Außenhandel: Exportzahlen von Deutschland brechen ein

8. Juli 2013 - 13:46 - keine Kommentare

Die deutsche Wirtschaft ist im großen Maße vom Außenhandel abhängig, doch dieser befindet sich derzeit in einer Schwächephase: Die Exportzahlen sanken im Mai um mehr über zwei Prozent und überraschten damit Analysten und Experten – der größte Einbruch seit dreieinhalb Jahren.

Mit 2,4 Prozent weniger Ausfuhren als im Vormonat musste die deutsche Wirtschaft im Mai eine herbe Enttäuschung einstecken – man war davon ausgegangen, dass sich die Exportleistung um lediglich 0,4 Prozent verschlechtern würde. Die neuesten Zahlen, die das Statistische Bundesamt nun veröffentlichte, würden den stärksten Exportrückgang seit rund dreieinhalb Jahren markieren, das letzte Mal seien die Werte um eine solch hohe Position im Dezember 2009 gesunken, hieß es in Medienberichten. Im Vorjahresvergleich sanken die Ausfuhren zwischen Januar und Mai um 0,3 Prozent.

Deutscher Export: Größtes Minus seit dreieinhalb Jahren beim Außenhandel

Exporte mit einem Warenwert von 454 Milliarden Euro lassen die Wirtschaft nicht eben jubeln: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) hatte für das gesamte Jahr 2013 einen Export-Zuwachs von drei Prozent angestrebt. Allein in den Euro-Staaten ist hingegen das Ausfuhrvolumen und der damit verbundenen Gewinn um 3,6 Prozent in den ersten fünf Monaten des Jahres gesunken. Im Mai 2013 beliefen sich die Verluste auf 9,6 Prozent, während der Vorjahresvergleich ein Minus von 4,8 Prozent bei 88,2 Milliarden Euro Warenwert sieht.

Besonders die nach wie vor in der Rezession steckenden Euro-Länder Italien und Spanien, aber auch die schwächelnde Einfuhrstatistik in Frankreich, machen es der deutschen Exportwirtschaft nicht leicht. Wenn die hier ausgeführte Ware dort nicht gekauft wird, beziehungweise von vornherein nicht bestellt und somit nicht exportiert wird, wirkt sich dies auch auf die hiesige Produktion aus. Gleiches gilt auch für Regionen außerhalb der Euro-Zone: Expertin Ulrike Rondorf von der Commerzbank betonte in der Online-Version der Tageszeitung „Die Welt“ die schwierige Situation auf dem Weltmarkt.

Analysten hoffen auf bessere Ausfuhrzahlen im zweiten Halbjahr 2013

Andererseits sieht sie aber die Möglichkeit für eine Besserung in der zweiten Hälfte 2013: Die Nachfrage könnte wieder steigen, vor allem die Industrieländer hätten das Potential hierzu. Eine ähnliche Meinung vertritt Christian Schulz, Analyst bei der Berenberg Bank, der in den aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik zu den deutschen Exporten eine „Schwächeperiode“ sieht und keinen Einbruch. Er hofft auf eine Erholung in den Euro-Zonen-Staaten und eine starke US-Wirtschaft, damit es für die ausführenden Unternehmen in Deutschland im dritten und vierten Quartal 2013 wieder besser aussieht.

Die Bundesbank teilt derweil diesen Optimismus nicht: Für den gesamten Jahreszeitraum wird ein Rückgang des Exports um 0,8 Prozent prognostiziert.

Bild: Deutsche Exporte von Last Hero, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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