EZB-Zinssätze: Draghi kündigt anhaltend niedriges Zins-Niveau an

5. Juli 2013 - 10:11 - 1 Kommentar

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, hat in Frankfurt am Main angekündigt, dass die EZB-Zinssätze auf längere Sicht dem aktuellen Niveau entsprechen sollen oder sogar darunter liegen könnten. Mit dem Versprechen von billigem Geld reagierte er auf momentane Sorgen am Finanzmarkt.

Auf einer Pressekonferenz hat Wirtschaftsgröße Mario Draghi mit der Ankündigung von anhaltend geringen Zinsen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) überrascht: Zur Beruhigung der Finanzmärkte, ihrer Vertreter und der Anleger, versprach er am Donnerstag in Frankfurt am Main das Rekordniveau von lediglich 0,5 Prozent beim Leitzins auf unbestimmte Zeit halten zu wollen. Dem Vorhaben war in den vergangenen Tagen und Wochen die Besorgnis vorangegangen, der billige Geldfluss der Notenbanken könnte demnächst versiegen.

Billiges Geld von der EZB: Zinssätze sollen niedrig bleiben

Diese Sorge hat der EZB-Präsident nun mildern können: Anstelle von vagen Aussagen die Politik der Zentralbank betreffend, ist er bei der Pressekonferenz für die Verhältnisse von Finanzpolitikern erstaunlich konkret geworden. Die mittel- und langfristige Entwicklung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank tendiere nach unten – bei einem aktuellen Wert von 0,5 Prozent strebt er somit in die Richtung des amerikanischen Zinssatzes, bei dem es de facto geliehenes Geld so gut wie gratis gibt – quasi eine Null-Prozent-Finanzierung, die zur Absicherung und zum Aufbau der Wirtschaft dienen soll.

Allerdings scheint sich bei der US-Notenbank eine Änderung anzukündigen: Wann immer Geld gebraucht wurde, druckte man es einfach nach und hoffte, dass andere Länder in die Währung investieren, um sie zu stützen. Der Zins konnte niedrig gehalten werden und die Wirtschaft wurde angekurbelt. Dieser expansive Kurs könnte nun langsam eingestellt werden – diese Befürchtung in Verbindung mit steigenden Risikozinsen bei Staatsanleihen, fallenden Aktienkursen und der Möglichkeit eines zweiten Schuldenschnitts für Griechenland, hat dazu geführt, dass das Vertrauen in den Euro erneut sank.

Zinsniveau: Draghi will Kreditfluss antreiben

Mario Draghi hat also mit seiner Zinsniveau-Ankündigung versucht, diese Entwicklung aufzuhalten und es scheint ihm auch gelungen zu sein: Der DAX reagierte sofort und stieg um zwei Prozent an, die Aktienkurse legten enorm zu und die Risikoaufschläge bei Staatsanleihen sanken. Zur Unterstützung seiner Entscheidung, die bei Kritikern die Befürchtung einer Spekulationsblase auslöste, gab der EZB-Präsident an, der niedrige Leitzins der Zentralbank sei nötig, um den Kreditfluss zu gewährleisten, der seinerseits die Erholung der Geldmärkte und somit der Wirtschaft der angeschlagenen Euro-Länder begünstige. Ein Risiko für die Stabilität der Finanzen sieht der Wirtschaftswissenschaftler momentan nicht.

Bild: Mario Draghi von INSM, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Kommentare zu EZB-Zinssätze: Draghi kündigt anhaltend niedriges Zins-Niveau an

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Hexe12345 am 2. August 2013 - 20:07 Uhr

Die ezb macht im Auftrag von Goldman.Sachs unsere Altersvorsorge

wertlos.

Hinterlasse eine Meinung zu: EZB-Zinssätze: Draghi kündigt anhaltend niedriges Zins-Niveau an

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!