Energieverbrauch: Frankreich setzt Beleuchtungsverbot mit Ausnahmen um

3. Juli 2013 - 11:30 - keine Kommentare

Der Eiffelturm erstrahlt die ganze Nacht in einem warmen, gelblichen Licht, zu jeder vollen Stunde flackern tausende Lämpchen am Pariser Wahrzeichen – daran wird sich auch nichts ändern, obwohl in Frankreich seit vergangenen Montag ein nächtliches Beleuchtungsverbot gilt, Ausnahmeregelungen machen es möglich.

Um Strom und Geld zu sparen hat die französische Regierung unter Präsident Hollande einen Teil des noch unter Nicolas Sarkozy beschlossenen Gesetzes zum Beleuchtungsverbot in den nächtlichen Innenstädten umgesetzt: Ab 1 Uhr nachts dürfen weder Häuserfassaden noch Büroräume, öffentliche Plätze und andere nicht unabdingbaren Lichtquellen eingeschaltet bleiben. In Frankreich erhofft man sich dadurch nicht nur eine Menge Strom sparen zu können, sondern auch 200 Million Euro sollen dadurch pro Jahr weniger für Energie ausgegeben werden müssen. Neben Privaträumen gelten auch weitere Ausnahmen, die entweder prinzipiell vom Verbot ausgeschlossen sind oder für die die Gemeinde Anträge stellen müssen.

Beleuchtungsverbot in Frankreich: Dunkle Gassen und Ausnahmeregelungen

So wird das wohl bekannteste Wahrzeichen von Paris und ganz Frankreich, der Eiffelturm, auch nach Inkrafttreten des Gesetzes am letzen Montag hell erleuchtet weithin sichtbar sein, ebenso verhält es sich mit anderen Kulturdenkmälern und wichtigen Gebäuden, der Champs-Elysées, dem Arc de Triomphe, dem Louvre oder Sacre Coeur – sieben Sonderzonen zählt die französische Hauptstadt. Aus Prinzip gilt die Regel auch nicht für die nervös flackernden, grünen Apotheken-Kreuze, die sogar tagsüber eingeschaltet bleiben.

Darüber hinaus aber sollen Fußgängerzonen und Passagen von nun an in der Nacht dunkel bleiben, wenn nicht die Ausnahme beantragt wird – bislang haben sich schon 41 Städte und Gemeinden angemeldet, die auch weiterhin das Licht anlassen wollen, Marseille, Lyon und Nizza gehören zu ihnen. Schulen, Rathäuser und Bahnhöfe, Werbeboxen, Außenwerbung und Geschäftsbeleuchtungen hingegen müssen ausgeschaltet werden – sollten sie sich weigern, fallen bis zu 750 Euro Strafen an.

Stromeinsparungen: Francois Hollande hofft auf 2 Terrawatt und 200 Millionen Euro weniger

Während die Hollande-Regierung sich dadurch verspricht, den Haushalt aufzubessern und Steuererhöhungen abwenden zu können, regen sich auch negative Stimmen: Sophie Mulle vom Handelsverband in Frankreich weist darauf hin, dass die Beleuchtung von Geschäftsräumen besonders in kleineren Städten anstelle von Straßenlaternen gerückt ist, also nicht nur die Sichtbarkeit des Einzelhandels betroffen sei, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Einwohner. Auch Jean-Michel Trouis von der Gewerkschaft ist skeptisch, ob die Maßnahme tatsächlich die gewünschte Stromersparnis bringt. Er geht davon aus, dass 90 Prozent des Stroms am Tag verbraucht wird.

Die französische Regierung hingegen hat ausgerechnet, dass durch das Beleuchtungsverbot zwei Terrawatt in der Entsprechung des Stromverbrauchs von 750.000 Haushalten eingespart werden können.

Bild: Frankreich Eiffelturm von Marfis75, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Energieverbrauch: Frankreich setzt Beleuchtungsverbot mit Ausnahmen um

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!