Nationale Gesundheitsstudie: 200.000 Probanden sollen 20 Jahre lang untersucht werden

2. Juli 2013 - 11:40 - keine Kommentare

Der Bund, vierzehn Bundesländer und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren will im kommenden Jahr die größte Gesundheitsstudie starten, die jemals in Deutschland angegangen wurde: 200.000 Probanden sollen 20 Jahre lang ab 2014 untersucht werden, wie Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ankündigte.

Als „Nationale Gesundheitsstudie“ sollen Forschungseinrichtungen und Mediziner gemeinsam zwanzig Jahre daran arbeiten, umfassende Daten über deutsche Patienten bereitzustellen: Krankheitsverläufe sollen dabei ebenso Beachtung finden wie Lebensstile, Umwelteinflüsse und soziale Komponenten, genetische Veranlagung und Risiken. Auf diese Weise will man mehr über Volkskrankheiten erfahren, wie etwa Krebs, auf den ein Viertel der Todesfälle zurückgeführt werden können (2011 waren es 221.600 Menschen), oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, denen 342.000 Patienten erlagen. Auch die zunehmenden Krankheiten Diabetes mit 4,6 Millionen Erkrankten und Demenzerscheinungen bei 1,4 Millionen Menschen sollen besser verstanden werden.

Johanna Wanka kündigt Nationale Gesundheitsstudie ab 2014 und bis 2034 an

Die Langzeitstudie folgt der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) des Robert-Koch-Instituts als bislang größte ihrer Art: Hierbei wurden 8.152 Personen beider Geschlechter drei Jahre lang untersuchen lassen. Für die „Nationale Gesundheitsstudie“ sind 200.000 Probanden vorgesehen, die in einem 20-jährigen Untersuchungszeitraum in einer von achtzehn zentralen Studieneinrichtungen regelmäßig beobachtet werden sollen.

Die Kosten von geschätzten 210 Millionen Euro sollen vom Bund und 14 Bundesländern mit der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren geteilt werden. Die medizinische Untersuchung soll aus dem Monitoring der Herzfrequenz, des Blutdrucks, des Blutzuckers und der Lungenfunktion bestehen. Die Gesundheit der Zähne soll begutachtet werden, die Augen werden untersucht, Riech- und Hörtests durchgeführt und die geistigen Fähigkeiten beobachtet werden.

Untersuchung zur körperlichen Verfassung werden auf der einen Seite durch die Messung der Fitness und des Gewichts vorgenommen und auf der anderen mit Gewebeproben, Blutabnahmen, Urin- und DNA-Tests. Dadurch sollen auch die Einflüsse der Umwelt und der Nahrung festgestellt werden, während der Stoffwechsel, Hormone und Gene ebenfalls unter Beobachtung stehen sollen.

Größte medizinische Langzeitstudie mit 200.000 TeilnehmerInnen geplant

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) kündigte das medizinische Großprojekt der „Nationalen Gesundheitsstudie“ in Berlin an: Bislang befinden sich zwar bereits 100.000 Probanden in verschiedenen Studien, doch da diese zu jeweils eigenen Untersuchungszwecken und dabei dezentralisiert bestehen, seien die Ergebnisse nicht in jedem Fall vergleichbar. Die 200.000 Personen zwischen 20 und 69 Jahren, die ab 2014 alle fünf Jahre und über einen gesamten Zeitraum on 20 Jahren untersucht werden sollen, sollen zufällig ausgesucht werden, sich aber freiwillig beteiligen. Es wird erwartet, dass die Untersuchungsergebnisse, zu denen auch 13 Universitäten innerhalb der Gesundheitsstudie beitragen sollen, die Möglichkeiten der Prävention bei Volkskrankheiten erheblich verbessern werden.

Bild:Johanna Wanka von wissenschaftsjahr, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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