EU-Beitritt: Kroatien wird 28. Mitgliedstaat

1. Juli 2013 - 09:09 - keine Kommentare

Als 28. Mitglied der ist Kroatien um Mitternacht des 01. Juli 2013 zur Europäischen Union hinzugestoßen. Europäische Politiker beglückwünschten das Adrialand aus dem ehemaligen Jugoslawien, während bei den Feierlichkeiten neben Freude auch vorsichtige Blicke in die Zukunft ihren Ausdruck fanden.

Kroatien gehört seit Mitternacht zur Europäischen Union: Das kleine Land an der Adria ist somit der 28. Mitgliedstaat der EU. Während man sich bewusst ist, dass in wirtschaftlicher Hinsicht, in sozialer und verwalterischer, etliche Probleme bewerkstelligt werden müssen, sei man gut auf den EU-Beitritt vorbereitet, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Milanka Opacic. Derweil halten sich Hoffnung und Skepsis bei den Kroaten die Waage: Viele erhoffen sich eine Besserung der Lebenssituation im Balkan, der nach wie vor mit den Spätfolgen von Krieg, Misswirtschaft und Korruption zu kämpfen hat. Bei schlechter Wirtschaftslage und hoher Arbeitslosigkeit, wird großes Vertrauen in die EU gesetzt, nicht nur die Reisebedingungen zu verbessern, sondern in erster Linie in den wirtschaftlichen Austausch integriert zu werden. Prognosen für die kroatische Wirtschaft sehen für das kommende Jahr leichte Zunahmen, 2015 dann ein starkes Wachstum.

28. Mitgliedstaat: Kroatien tritt der EU bei

Auf der anderen Seite hält sich die Euphorie zurück: Die Hoffnung auf Besserung, auf geringere Arbeitslosenzahlen und auf die Fähigkeit der EU, während der Finanzkrise sich tatsächlich um das dringend reformbedürftige Adria-Land kümmern zu können, kann als gedämpft bezeichnet werden. Nichtsdestotrotz wurde die Mitgliedschaft zur Europäischen Union vielerorts ausgiebig zelebriert, in Zagreb wurde ein großes Programm aus Folklore, Klassik und Pop-Musik geboten, das weit über Mitternacht als Markierung des Beitritts gefeiert wurde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste nicht zu den offiziellen Feierlichkeiten nach Kroatien und auch Außenminister Westerwelle erschien nicht. Dafür wurde Michael Link, Staatsminister im Auswärtigen Amt, nach Zagreb geschickt, der die Bundeskanzlerin wegen Terminproblemen entschuldigte. Während dies als diplomatischer Fehlgriff und Ausdruck der Kritik der Bundeskanzlerin am EU-Beitritt Kroatiens gewertet wurde, äußerte sie sich in einem Podcast zur Notwendigkeit von Reformen im Balkan, bei der vor allem die „Korruptionsbekämpfung“ im Mittelpunkt stehen müsse.

Skeptische Hoffnung und Gratulationen zum EU-Beitritt Kroatiens

Martin Schulz, EU-Parlamentspräsident, betonte, es sei „gut, wenn eine Familie wächst“, deutete jedoch auch darauf hin, dass die Probleme von Kroatiens Wirtschaft durch den EU-Beitritt allein nicht gelöst würden. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso beschrieb den „rechtmäßigen Platz“ Kroatiens in Europa, EU-Ratspräsident Herman van Rompuy sagte, den Kroaten, sie seien „immer Europäer gewesen“.

Staatspräsident Ivo Josipovic und Ministerpräsident Zoran Milanovic wollen den EU-Beitritt von Kroatien als Brücke zu den anderen Balkan-Ländern verstanden sehen und wollen unter europäischen Gesichtspunkten unterstützend wirken.

Bild:Kroatien von Zdenko Zivkovic, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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