Taliban-Angriff: Präsidentenpalast in Kabul attackiert

25. Juni 2013 - 09:36 - keine Kommentare

Der Palast des Präsidenten von Afghanistan wurde in der Nacht von Taliban-Kämpfern angegriffen: In der Hauptstadt Kabul kam es zu einem 90 Minuten andauernden Schusswechsel bei dem auch das nahegelegene CIA-Hauptquartier im Hotel Ariana attackiert wurde. Alle Aufständischen seien getötet worden.

Nachdem in der letzten Woche die NATO die Verantwortlichkeit für die Sicherheit in Afghanistan an die örtlichen Kräfte abgegeben hat, erschüttern verstärkte Taliban-Angriffe das Land: Zunächst wurden der Flughafen und der Oberste Gerichtshof in Kabul als Ziele auserkoren, nun sind die Aufständischen in die höchste Sicherheitszone eingedrungen und haben mit Sprengsätzen und Schusswaffen den Präsidentenpalast angegriffen. Ab vier Uhr mitteleuropäischer Zeit wurden wenigstens sechs Explosionen gemeldet, während vor allem das Osttor des Palastes, nahe dem Verteidigungsministerium, unter Beschuss stand.

Taliban greifen Präsidentenpalast in Kabul an

General Ajub Salangi, Polizeichef von Kabul, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, vier Taliban-Kämpfer seien in einem Auto und mit Hilfe von gefälschten Ausweisen durch die Sicherheitskontrollen gelangt, dann aber identifiziert und letztlich getötet worden. Ein Schusswechsel, der sich über neunzig Minuten erstreckte, habe mit dem Tod aller Angreifer geendet.

Die Hochsicherheitszone der afghanischen Hauptstadt Kabul umfasst neben anderen Gebäuden den Präsidentenpalast, das NATO-Hauptquartier, das Verteidigungsministerium, den Sitz der CIA im umkämpften Land, sowie weitere internationale Vertretungen, wie etwa die italienische Botschaft, in deren Nähe ebenfalls Schüsse gefallen sein sollen. In die Kämpfe in der Sicherheitszone war auch die Leibgarde des Präsidenten Hamid Karsai verwickelt.

Die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz dieser wichtigen Einrichtungen sind enorm und dennoch gelingt es immer wieder Selbstmordattentätern und Angreifern, hier einzudringen. Erst vor einem Jahr wurden bei Anschlägen und anschließenden Gefechten im Zentrum Kabuls mehr als 50 Menschen getötet.

Schusswechsel und Sprengsätze in der afghanischen Hochsicherheitszone

Zur Zeit des Angriffs befanden sich etliche Journalisten im Palast, um auf die Ankunft des Präsidenten zu einem Pressetermin zu warten. Vor etwa einer Woche hatte jener sich Angesichts der Neueröffnung des Taliban-Büros im Emirat Katar echauffiert: Die radikalen Islamisten hatten die alte Flagge gehisst und sich als alternative Regierung „Islamisches Emirat Afghanistan“ geriert, die von den USA geplanten Sondierungsgespräche mit ihnen wurden daraufhin verschoben.

Bild:Kabul von U.S Embassy Kabul Afghanistan , CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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