Krankenversicherungen: Private und gesetzliche Krankenkassen werben ums duale System

20. Juni 2013 - 10:13 - keine Kommentare

Der AOK-Vorstand lobte jüngst die Wechselbereitschaft von 31 Prozent der Privatversicherten in die gesetzliche Krankenversicherung, der PKV-Verband konterte nun mit eigenen Ergebnissen: 96,2 Prozent der privaten Kunden seien zufrieden mit ihren Versicherungsleistungen. Beide Krankenversicherungsformen versuchen das Damokles-Schwert einer Bürgerversicherung abzuwehren.

Um die Bürgerversicherung ist es still geworden: Die Idee einer Versicherungsform für alle Bürger, die alle Einkommensgruppen mit einschließt, ist nicht nur bei Ärzten umstritten, derzeit wird auch der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013 kaum über dieses Thema geführt. Auch die privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen sind von diesem Vorhaben nicht angetan und werben derzeit verstärkt für das duale System – vornehmlich für die eigenen Angebote, versteht sich. So hat der AOK-Vorstandsvorsitzende Jürgen Graalmann das Ergebnis einer Umfrage verkündet, nach der jeder dritte Privatversicherte gerne wieder in eine gesetzliche Krankenkasse würde.

31 Prozent der privat Versicherten wollen in die GKV

In einem Interview mit dem „Stern“ hat Graalmann zwar nicht die Bürgerversicherung befürwortet, aber das aktuelle System für überdenkenswert gehalten. Da bei seiner Krankenkasse täglich privat versicherte Kunden Anfragen zu einem Wechsel stellen und die AOK-Berechnungen auf 31 Prozent Wechselwilliger schließen, spricht er sich für gleiche Regeln in beiden Versicherungsformen aus.

Der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV) hat auf diese Zahlen reagiert und selbst eine Kundenbefragung durch das „Assekurata“-Analyseunternehmen ausführen lassen. Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass 96,2 Prozent der Kunden privater Versicherungen zufrieden bis sehr zufrieden seien, 90,1 Prozent würden die Entscheidung für ein PKV auch wieder treffen, sagte Stefan Reker, Pressesprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, auf der Mitgliederversammlung des PKV-Verbandes.

Über 90 Prozent sind in der PKV zufrieden

Und mit einer weiteren Zahl wurde dieser Punkt untermauert: Laut einer Emnid-Umfrage sollen 20 Millionen gesetzlich versicherter Kunden lieber in die private Krankenversicherung wechseln wollen – der Wechsel in beide Richtungen wird dabei vom PKV-Verband positiv gesehen: Der Wettbewerb würde auch die Qualität der Gesundheitsversorgung aufwerten, eine Einheitsversicherung, wie die angedachte Bürgerversicherung, würde nach Meinung des Verbandes das Gesundheitssystem verschlechtern.

Im Gegensatz zu den Privatversicherungen, die sich neben den Beiträgen ihrer Kunden auch durch Finanzgeschäfte und Zinsen finanzieren müssen, können die gesetzlichen Krankenkassen derzeit auf einen Überschuss von 28 Milliarden als Reserve blicken.

Bild:Krankenversicherung von FuFu Wolf, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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