Barack Obama am Brandenburger Tor: Staatsbesuch in Berlin

19. Juni 2013 - 08:47 - keine Kommentare

US-Präsident Barack Obama ist in Berlin angekommen: Mit seiner Frau Michelle und seinen Töchtern Malia und Sasha bezog er Unterkunft im Ritz Carlton, heute werden Treffen mit Gauck, Merkel und Steinbrück, sowie eine Rede vor dem Brandenburger Tor erwartet.

Barack Obama landete gestern Abend mit der Air Force One auf dem Berliner Flughafen Tegel. Er wird von seiner Frau und seinen Töchtern begleitet, doch der erste Staatsbesuch des US-Präsidenten seit seiner Wahl gilt nicht den Einwohnern der Hauptstadt, sondern zur Erörterung der Situationen im Iran und in Syrien, sowie der anhaltenden Finankrise und der Rolle Deutschlands in Europa und als Verbündeter der USA. Er wird sich mit dem Bundespräsidenten, Kanzlerin Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück kurz treffen und am Brandenburger Tor eine Rede halten.

Barack Obama auf Staatsbesuch in Berlin

Lediglich 25 Stunden währt der Staatsbesuch von Präsident Barack Obama in der deutschen Hauptstadt, doch die Sicherheitsvorkehrungen der Stufe 1 dauern in Teilen eine Woche an: Rund um das Brandenburger Tor hindern von Freitag bis Freitag großflächige Absperrungen jeden, der nicht eingeladen wurde, daran, den Staatsmann zu Gesicht zu bekommen, die verschiedenen Routen zwischen Berlins Mitte in Richtung Westen und nach Norden zum Flughafen Tegel sind ebenfalls abgesperrt. In manchen Straßenzügen dürfen selbst Anwohner nur mit entsprechendem Ausweis und unter Polizeibegleitung in ihre Wohnungen.

Wo 1963 noch John F. Kennedy, Willy Brandt und Konrad Adenauer in offener Limousine an den sie feiernden Massen vorbeifuhren, ist der aktuelle Präsident vollständig abgeschirmt, jubelnde Berliner wie noch bei Obamas letztem Besuch 2008 sind scheinbar unerwünscht – bei seiner Rede vor dem Brandenburger Tor werden lediglich etwas über 4.000 geladene Gäste erwartet. Die hohe Sicherheitsstufe für den US-Präsidenten legt dabei nicht unbedingt die Gefahr eines Anschlags nahe, sondern eher, dass die Inszenierung des Staatsbesuches in erster Linie für die amerikanischen Wähler erfolgt – erst in zweiter Linie für die deutschen Politiker und für Berliner so gut wie gar nicht.

US-Präsident in Deutschland: Politiker-Treffen und Rede vor dem Brandenburger Tor

Die US-Regierung überlässt beim Staatsbesuch von Barack Obama in Berlin nichts dem Zufall: Von den Routen über die Sicherheitsmaßnahmen an den verschiedenen Orten, die er nebst Familie besucht, bis zur Anzahl und Aufstellung der Sicherheitskräfte wurde der Plan selbst ausgearbeitet und den deutschen Behörden zur Ausführung übergeben. Während sich Bundespräsident Joachim Gauck Hoffnungen macht, mit Obama unter anderem über die PRISM-Affäre um ausspionierte elektronische Daten und den Grad der Auswirkungen für deutsche Internetnutzer sprechen zu können, weitet sich der Kontrollanspruch auch auf die Medien aus: Zwar dürfen mehrere hundert Reporter berichten, Filmrechte wurden jedoch alleine der ARD erteilt – US-Medien ausgenommen.

Der Besuch von Barack Obama wurde nach seinem letzten Auftritt, damals noch als Präsidentschaftskandidat, in Berlin lange herbeigesehnt, doch in Anbetracht der Lahmlegung weiter Teile der Innenstadt und der Abschottung des Präsidenten von den Berlinern, macht sich auch Ernüchterung breit – nicht zuletzt, da der ehemalige Hoffnungsträger der internationalen Politik in der Vergangenheit häufiger in die Kritik geriet, als dass er Erfolge vorweisen konnte.

Bild:Barack Obama von jonasclemens, CC BY – bearbeitet von borlife.

Barack Obama am Brandenburger Tor: Staatsbesuch in Berlin, 5.0 out of 5 based on 1 rating
 
VN:F [1.9.18_1163]
5.0 / 5.0 - 1 Bewertung
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Barack Obama am Brandenburger Tor: Staatsbesuch in Berlin

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!