Barack Obama in Berlin: Sicherheitsmaßnahmen riegeln die Hauptstadt ab

17. Juni 2013 - 08:24 - keine Kommentare

US-Präsident Barack Obama ist ab Dienstag für zwei Tage auf Deutschlandbesuch: In Berlin wird er unter anderem vor dem Brandenburger Tor eine Rede halten, seine Frau Michelle will die Mauer-Gedenkstätte besuchen – große Teile der Innenstadt der Hauptstadt sind abgesperrt.

Wer ab Dienstag einen Blick auf den US-Präsidenten erhaschen will, könnte sich enttäuscht sehen: Barack Obama wird zwar Berlin besuchen, doch der höchste Mann der Vereinigten Staaten wird komplett abgeschottet – und mit ihm ein Großteil der Innenstadt. Neben mehreren zehntausend Polizisten wird er auch 200 eigene Sicherheitsleute mitbringen, die ihn nach der Ankunft der „Air Force One“ umgeben werden, während die Berichterstattung größtenteils von eigenen Journalisten behandelt wird – nur die ARD darf die Rede aufzeichnen, aber nicht bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt dabei sein, wozu man den Präsidenten Medienberichten zufolge nur schwerlich überreden konnte. Manche erhoffen sich bei Obamas Rede Aussagen zur aktuellen Sicherheitslage und zu den Spionagevorwürfen im Zuge der PRISM-Affäre – doch direkt vor Ort wird nur eine ausgewählte Handvoll sie hören können.

US-Präsident in Berlin: Barack Obama redet vor geladenen Gästen am Brandenburger Tor

Als John F. Kennedy 1963 die damals noch geteilte Stadt mit seiner „Ich bin ein Berliner“-Rede begeisterte und die Solidarität der USA betonte, waren Millionen von Westberlinern zum Rathaus Schöneberg geströmt, bei seinen Nachfolgern waren es zumindest noch einige Zehntausende. Bei den Besuchen von Nixon, Reagan und später George W. Bush kam es zu groß angelegten Demonstrationen und die Präsidenten sprachen vor allem vor geladenen Gästen – Reagan konnte 25.000 Menschen erreichen, Bill Clinton immerhin 50.000.

Barack Obama, der zuletzt 2008 noch als Präsidentschaftskandidat vor der Siegessäule 200.000 Zuhörer zählte, spricht bei seinem jetzigen Besuch vor lediglich 4.500 geladenen Gästen – andere Medienquellen sprechen von 8.000. Dafür wird aber der Flughafen Tegel ab Dienstag, 15 Uhr für volle zwei Tage gesperrt, da er am Mittwoch im Schloss Charlottenburg isst, wird die Umgegend– vom Spandauer Damm zwischen Luisenplatz und Sophie-Charlotten-Straße bis zu dem gesamten Parkanlagen – nicht befahrbar oder begehbar sein. Anwohner werden von der Polizei nur mit Ausweis durchgelassen und bis zur Haustür begleitet.

Ähnliches lässt sich auch über den Pariser Platz sagen, wo Obama seine Rede in Berlin halten wird. Die Mitte der Stadt wird „großräumig abgesperrt“ heißt es, wodurch es in sämtliche Richtungen zu Verkehrsbehinderungen, Umleitungen und Staus kommen wird – und das eine ganze Woche lang, denn die Absperrungen wurden bereits am vergangenen Freitag aufgebaut und werden bis kommenden Freitag stehen bleiben. Bis auf einen Kilometer darf man sich dem Brandenburger Tor nicht nähern.

Hauptstadt wird durch Sicherheitsmaßnahmen abgeriegelt

Der US-Präsident nächtigt im „Ritz Carlton“ Hotel und auch hier werden die Anrainer angewiesen sein, die Fenster, die auf das Hotel zeigen, geschlossen zu halten, während der Straßenzug gesperrt sein wird, Scharfschützen werden auf den Dächern platziert. Touristen können mit Ausweiskontrollen am Dienstag und Mittwoch rechnen, Fahrräder sind in der Sicherheitszone nicht gestattet und Sightseeing-Touren auf der Spree sind abgesagt. Der Besuch von Präsident Barack Obama wird als großes Ereignis in der Hauptstadt begangen, Berlin-Touristen wie auch Einwohner werden allerdings in erster Linie die restriktiven Auswirkungen der Sicherheitsmaßnahmen zu spüren bekommen.

Bild:Barack Obama von jonasclemens, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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