Nordkorea sagt Gespräche mit dem Süden ab

11. Juni 2013 - 14:53 - keine Kommentare

Nach monatelangem Streit und Säbelrasseln haben sich Nordkorea und Südkorea wieder angenähert, doch nun wurden für Mittwoch und Donnerstag geplante Gespräche zwischen den beiden verfeindeten Ländern abgesagt: Der Norden habe laut einer südkoreanischen Sprecherin keinen Kompromiss in der Delegations-Zusammensetzung gefunden.

Nordkorea hat überraschend die vereinbarten Gespräche auf Regierungsebene mit dem Süden abgesagt. Mitte bis Ende der Woche hätten sich Delegationen aus ranghohen Staatsvertretern in Seoul treffen sollen, um über eine Wiederöffnung der Wirtschaftszone von Kaesong, in der 53.000 Nordkoreaner beschäftigt waren, zu sprechen, südkoreanische Touristen im Kumgang-Gebirge zu erlauben und auch die Zusammenführung von getrennten Familien beider koreanischer Länder zu vereinbaren. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums Südkoreas hatte das geplatzte Treffen bekanntgegeben – es wäre das erste seiner Art seit 2007 gewesen und hätte einen Weg aus der andauernden Krise bedeutet.

Geplatzte Gespräche: Nordkorea spricht doch nicht mit Südkorea

Seit 1953 schwelt der Konflikt zwischen Nordkorea und dem Süden. Am Ende des Koreakrieges wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der bis zum Februar 2013 in Kraft war und im Zuge der Nordkorea-Krise von Kim Jong Un aufgehoben wurde. Unter den Vorzeichen von Atomraketentests in Nordkorea und eines gemeinsamen Manövers der USA mit Südkorea im Pazifik hatte das Regime in Pjöngjang mit einem Atomschlag gegen pazifische Stützpunkte und Partner der Vereinigten Staaten gedroht.

Als besonders wesentlich gilt im Zusammenhang mit der Krise, die seit Anfang des Jahres anhält, die Schließung des Industrieparks Kaesong. An diesem Ort an der koreanisch-koreanischen Grenze hatten sich Firmen aus dem Süden niedergelassen und nordkoreanische Arbeiter beschäftigt – das Projekt war als Annäherung der beiden Staaten auf wirtschaftlicher Ebene gefeiert worden. Durch die Schließung wurde Südkorea geschädigt, doch im Norden habe die Maßnahme Beobachtern zufolge das Potential für das Auslösen einer Notsituation für die Bevölkerung aufgewiesen.

Nordkorea-Krise: Treffen mit dem Süden abgesagt

Vor wenigen Tagen hatte Nordkorea seine Gesprächsbereitschaft signalisiert: Vor allem die Wiedereröffnung von Kaesong hätte verhandelt werden sollen. Zunächst war das Regime an südkoreanische Unternehmen getreten, doch die Regierung in Seoul bestand auf Gesprächen auf politischer Ebene. Am Mittwoch und Donnerstag hätte sich eine Delegation in der Hauptstadt von Südkorea treffen sollen.

Bei einem 18 Stunden anhaltenden ersten Treffen in Panmunjom an der Grenze konnte man sich auf Verhandlungen auf Regierungsebene einigen, wobei nicht feststand, welche Vertreter anwesend hätten sein sollen. Nun scheint die Frage der Mitglieder der Delegation dazu geführt zu haben, dass sich Nordkorea von den Gesprächen mit dem Süden zurückzog. Die Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Seoul gab keinen neuen Zeitpunkt für die Verhandlungen an.

Bild: Kim Jong-Un von petersnoopy, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Nordkorea sagt Gespräche mit dem Süden ab

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!