Preisabsprachen bei Schokoladen-Unternehmen: Kanadas Kartellamt ermittelt gegen Nestlé und Mars

7. Juni 2013 - 11:48 - keine Kommentare

Zwei der größten Hersteller von Schokolade sollen laut den Kartellbehörden in Kanada ihre Preise abgesprochen und somit gegen die Gesetze und den Wettbewerb verstoßen haben. In Ottawa wurde nun Strafanzeige gegen Mars Incorporated und Nestlé aus der Schweiz gestellt.

Das Unternehmen Mars Incorporated aus Tacoma, Washington, das neben anderen Produkten auch die gleichnamigen Schokoladenriegel, „Snickers“, „Bounty“ und „Milky Way“ herstellt, soll mit dem Schweizer Lebensmittelproduzenten Nestlé, auf dem Süßigkeitenmarkt unter anderem mit „After Eight“, „Lion“ und in amerikanischen Gebieten mit „Baby Ruth“ und „Chips Ahoy!“ vertreten, die Preise abgesprochen haben. Zu diesem Schluss kamen Ermittler der kanadischen Kartellbehörde. Gegen die beiden Schoko-Riesen, drei ehemalige Manager und ein Lebensmittelgroßhandel wurde umgehend Anzeige erstattet.

Preisabsprachen bei Mars und Nestlé: Kanadas Kartellamt klagt an

John Pecman, Chef des Kartellamts in Kanada, zeigte sich bestürzt über die Absprachen, die er als „schwere Straftat“ und ein „ungeheuerliches wettbewerbsfeindliches Benehmen“ bezeichnete. Die kanadischen Verbraucher würden durch die abgesprochenenen Schokoladenpreise massiv geschädigt werde. Außerdem hätten die gefundenen Beweise eine „Verschwörung“ der Lebensmittelproduzenten aufgedeckt, heißt es in Medienberichten hierzu.

Als Hauptinformant für die Kartellbehörden dient die kanadische Tochterfirma des US-Herstellers Hershey’s. Hier gab man an, im Jahr 2007 an den Preisabsprachen beteiligt gewesen zu sein, die Erhöhungen jedoch nicht umgesetzt zu haben. Durch die Meldung an das Kartellamt kann Hershey Canada davon ausgehen, nicht von Strafen betroffen zu werden, wie es im Fall der drei Ex-Manager sein könnte, die an der Affäre beteiligt gewesen sein sollen.

Wettbewerbsschädigender Informationsaustausch bei Schokoladen-Unternehmen

Gerade für diese drei könnte es bitter werden, wenn es im Zuge des Strafantrags gegen die Süßigkeiten-Hersteller zu einer Verurteilung käme. Eine fünfjährige Haftstrafe und umgerechnet sieben Millionen Euro Geldstrafe drohen durch die Preisabsprache zwischen Nestlé und Mars. Gegen ersteren wurde gerade erst im März ein Bußgeld von 20 Millionen Euro vom deutschen Kartellamt verhängt, da Informationen, die für den Wettbewerb wichtig waren, an Unternehmen weitergegeben wurden. Beide Hersteller wollen nun gegen die Vorwürfe der kanadischen Wettbewerbshüter vorgehen.

Bild:Preisabsprachen bei Schoko-Riegeln von www.schoko-riegel.com, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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