Nordkorea will Kaesong wieder öffnen: Gespräche mit Südkorea wurden angeboten

6. Juni 2013 - 10:50 - keine Kommentare

Das Verhältnis zwischen Südkorea und Nordkorea scheint sich zumindest im wirtschaftlichen Sinne zu entspannen. Aus Pjöngjang wurde ein Angebot über die Wiedereröffnung des Industrieparks Kaesong an die südkorenische Regierung gesendet. In Seoul hat man die Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert.

Vor etwa zwei Monaten hat Nordkorea die Schließung der gemeinsam mit Südkorea betriebenen Wirtschaftszone Kaesong angeordnet, sämtliche Arbeiter aus dem Norden wurden abgezogen oder wurden nicht auf das Gelände gelassen, auf dem vor allem südkoreanische Firmen mit nördlichen Arbeitskräften produzieren. Nun hat das Regime unter Kim Jong Un Südkorea angeboten, den Industriepark wieder zu öffnen und die Arbeit wieder aufzunehmen. Beobachter werten das Angebot als Entspannung im anhaltenden Bruderzwist auf der koreanischen Halbinsel. Seoul solle nun Zeit und Ort der Gespräche bestimmen, das Vereinigungsministerium hofft auf eine dauerhafte Stabilisierung des Vertrauens zwischen den beiden verfeindeten Ländern.

Industriepark Kaesong: Nordkorea signalisiert Gesprächsbereitschaft

Die Aufgabe von Kaesong wurde Anfang April im Zuge der eskalierenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea beschlossen. Nordkorea hatte mit verschiedenen Provokationen gegen Südkorea und vor allem den USA und Japan als Verbündeten agitiert, gar mit einem Atomkrieg gedroht. Hierbei wurden sämtliche diplomatischen Verbindungen zum Süden gekappt, der seit den 1950ern bestehende Waffenstillstand aufgehoben und die gemeinsamen Wirtschaftsprojekte abgebrochen.

Ausgangslage hierfür waren weltweite Sanktionen wegen südkoreanischer Atomtests und ein Seemanöver der Vereinigten Staaten. Während die militärischen Drohungen als reines Säbelrasseln gewertet wurden, machte die Schließung des Industrieparks deutlich größeren Eindruck, da hiermit die nur langsam voranschreitende Annäherung beider Staaten zunichte gemacht schien.

Südkorea will mit Pjöngjang über Wiedereröffnung der Wirtschaftszone sprechen

Schon Ende Mai waren erste Stellungnahmen aus Pjöngjang zu vernehmen gewesen, die Arbeit in der Wirtschaftszone fortführen zu wollen, jedoch richteten sich die Gesprächsangebote direkt an die südkoreanischen Unternehmer, die in Kaesong produzieren. Seoul gab deshalb zu verstehen, dass Verhandlungen nur mit der Regierung geführt werden könnten.

Auf das neuerliche Angebot reagierte Seoul positiv und erhofft sich, während der Verhandlungen zur Wiedereröffnung Kaesongs auch über die Wiedervereinigung von Familien zu sprechen, die durch die Grenze zwischen den beiden koreanischen Ländern getrennt sind.

Das gemeinsame Wirtschaftsprojekt in Kaesong beschäftigt 50.000 Arbeiter aus dem Norden, die bei den 120 Firmen aus dem Süden arbeiten. Die Industriezone besteht seit 2004 und galt bis zu ihrer Schließung im April 2013 als ein Zeichen der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea.

Bild: Kim Jong Un von petersnoopy, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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