Hochwasser-Katastrophe: Pegel fällt in Passau, Evakuierungen in Dresden

5. Juni 2013 - 10:40 - keine Kommentare

Noch immer ist an vielen Orten der Hochwasser-Katastrophe keine Entwarnung in Sicht. Die Bundeswehr ist an der Schwarzen Elster, in Calbe und in Halle an der Saale im Einsatz, die Pegelstände der übergetretenen Flüsse reduzieren sich nur langsam.

Die Donau ist bei Passau auf einen Wasserstand von 10 Metern gefallen, in Straubing und Deggendorf konnten zumindest gleichbleibende Pegel festgestellt werden. In anderen Hochwasser-Gebieten in Deutschland hingegen müssen die Anwohner weiterhin mit tendenziell steigenden Pegelständen rechnen. So liegt die Elbe bei Dresden bei 827 Zentimetern, in Meißen bei 9 Metern und in Schöna sogar bei 1016 Zentimetern. Auch die Saale steigt in Halle-Trotha und liegt derzeit über acht Meter, in Calbe über neun – Bundeswehr-Einsatzkräfte wurden zur Hilfe gerufen, um Deichverstärkungen anzulegen und Notlager einzurichten.

Hochwasser: Bundeswehr-Einsätze in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg

Im brandenburgischen Herzberg, Landkreis Elbe-Elster, ist der Deich bereits gebrochen. Die Schwarze Elster hat ein etwa zwanzig Meter breites Leck in den Schutzwall gerissen, auch hier wurden Sandsäcke der Bundeswehr nach dem Ausrufen der Alarmstufe 4 angefordert. Aufgrund der erwarteten, starken Regenfälle von 20 Litern pro Quadratmeter in der Nacht wurde auch im Torgau, Nordsachsen, der Katastrophenalarm ausgerufen.

Nachdem gestern in Dresden ein Damm überlief, werden nun mehr als 600 Anwohner aus dem Stadtteil Gohlis evakuiert. Auch in Tschechien schwillt die Elbe weiter an: Bei Usti müssen die etwa 100.000 Bewohner mit einem Pegelstand von über 11 Metern rechnen, bislang wurden schon 19.000 tschechische Bürger im ganzen Land aus ihren Heimen durch die Hochwasser-Katastrophe vertrieben.

Die Bitterfelder Innenstadt wurde mit Sandsäcken abgesichert, da der Seelhausener See in den Goitzschesee überzulaufen droht, wodurch auch die Stadt betroffen wäre. Vorsichtshalber wurde ein Deich gesprengt, um den Druck vom Gewässer zu nehmen und das Ablaufen zu kontrollieren.

In Leipzig entschied man sich derweil, den S-Bahn-Verkehr in Teilen einzustellen. Durch gesperrte Straßen wegen des Hochwassers konnte auch kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Wetter-Aussichten in den Hochwasser-Gebieten

Aus Thüringen wird derweil eine Entspannung der Situation gemeldet. Jena, Saalfeld und Gera seien jedoch noch gefährdet. Der Katastrophenalarm wurde mit Ausnahme des Saale-Holzland-Kreises zurückgenommen. Auch in Passau konnte die Trinkwasseraufbereitung durch die dortigen Stadtwerke wieder gewährleistet werden. Dennoch wird empfohlen, das Wasser vor dem Trinken abzukochen.

Obwohl Meteorologen in den nächsten Tagen mit viel Sonnenschein rechnen, bleiben die Aussichten in den Hochwasser-Gebieten schlecht. Im Süden der Republik sollen in der kommenden Woche weitere Gewitter Regen und Hagel mit sich bringen.

Bild: Hochwasser von brainseller, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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