Roaming: EU-Kommissarin will Auslands-Gebühren abschaffen

1. Juni 2013 - 08:03 - keine Kommentare

EU-Kommissarin Neelie Kroes hat sich im Europäischen Parlament für die Abschaffung von Roaming-Gebühren stark gemacht: Sie fordert die Einstellung von hohen Kosten bei Telefonaten im zur EU gehörenden Ausland ab 2014, da sie dem Gedanken der grenzenlosen Märkte widersprächen.

Zwischen den EU-Partnern sind die Grenzen der Binnenmärkte schon seit geraumer Zeit gefallen, doch im Telekommunikationsbereich fallen weiterhin enorme Kosten an, wenn im Ausland telefoniert wird: Die Roaming-Gebühren werden bei aus- wie bei eingehenden Gesprächen berechnet und auch die Datenübertragung schlägt sich massiv auf die Handy-Rechnungen aus. Die EU-Kommissarin Neelie Kroes hat sich jetzt gegen diese Praxis der Mobilfunkanbieter ausgesprochen und forderte ihre Einstellung bereits zum Jahr 2014. Sie ist davon überzeugt, dass telefonieren und die Nutzung des Internets im EU-Ausland nicht teurer sein sollte, als bei den gleichen Tätigkeiten in der Heimat.

EU-Kommissarin Neelie Kroes gegen Roaming-Gebühren

Wer im Urlaub oder auf Geschäftsreisen in einem anderen Land mobil ins Internet will oder zu Hause anrufen möchte, muss deutlich höhere Gebühren zahlen. Das sogenannte Roaming ist zwar in seinen Kosten von mehreren Euro pro Minute, pro Gespräch und pro Dateneinheit auf ein Mindestmaß gefallen – seit Juli 2012 dürfen nur noch 35 Cent für ausgehende Telefonate, zehn Cent für angenommene Gespräche und elf Cent bei Textnachrichten anfallen – doch Kroes setzt sich für den kompletten Wegfall von Kostenunterschieden ein.

Die EU-Kommissarin begründete ihre Forderung mit der Unverträglichkeit der Roaming-Gebühren mit dem Binnenmarkt-Gedanken: Sowohl Verbraucher als auch europaweit agierende Unternehmen sollen durch die Grenzen zwischen den Mitgliedsländern keine Einschränkungen erfahren, doch bei Telefongebühren würde dies noch unterschiedlich gehandhabt. Es heißt jedoch, dass einige der anfallenden Mehrkosten durch technische Gegebenheiten bedingt seien.

EU-Parlament soll Gesetz gegen Auslands-Gebühren bis zum Frühjahr 2014 verabschieden

Ein solcher Schritt wäre auch mit tiefgreifenden Reformen der Telekommunikationsbranche in Europa verbunden: Der Markt müsste vereinheitlicht werden, wobei Kroes sich allerdings von der Idee einer Regulierungsbehörde für die gesamte EU, die innerhalb der Länder nicht gut aufgenommen wurde, verabschiedet hat. Vor dem Parlamentsausschuss schlug sie vor, dass sich die Mobilfunkanbieter in den Ländern für einen europaweit agierenden, aber innerstaatlich verantwortlichen Regulierer entscheiden sollten.

Neelie Kroes will dafür sorgen, dass das EU-Parlament noch vor der Wahl im Mai 2014 ein Gesetzespaket gegen die Roaming-Gebühren verabschiedet.

 
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