Britisches Kartellamt prüft Ryanair-Beteiligung an Aer Lingus

30. Mai 2013 - 15:11 - keine Kommentare

Zuletzt scheiterte der Billigflieger Ryanair mit dem Versuch den irischen Rivalen Aer Lingus zu übernehmen. Nun steht Europas größter Billigflieger im Fokus des britischen Kartellamts. Sogar ein Verkauf der gesamten Anteile von Ryanair an Aer Lingus scheint möglich.

Gleich mehrmals versuchte der Billigflieger mit Hauptsitz in Dublin den Konkurrenten Aer Lingus zu übernehmen. Doch der gewagte Vorstoß scheiterte und könnte nun weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Das britische Kartellamt lässt derzeit prüfen, ob Ryanair auf den Rivalen zu starken Einfluss nehmen kann. Derzeit hält Europas größter Billigflieger eine Beteiligung von 30 Prozent an Aer Lingus. Sogar ein Verkauf der gesamten Anteile Ryanairs am Konkurrenten stellt das britische Kartellamt in Aussicht.

Ryanair vor Rauswurf

Im Vordergrund der Untersuchungen gegen den irischen Billigflieger stehen Wettbewerbsbedenken. Das britische Kartellamt hält es für möglich, dass Ryanair bei wichtigen Entscheidungen des Rivalen einen großen Teil zur Entscheidungsfindung beitragen kann. Dies gilt unter anderem für Fusionen mit anderen Fluggesellschaften, Kapitalerhöhungen sowie dem Verkauf von Start- und Landerechten. Aktuell sind Ryanair und Aer Lingus alleine auf 46 verschiedenen Strecken direkte Konkurrenten. Bei Kurzstreckenflügen erreichten die beiden Gesellschaften im Jahr 2012 einen gemeinsamen Marktanteil von 87 Prozent.

Das britische Kartellamt lässt derzeit prüfen, welche Maßnahmen möglich sind, um die vorhandenen Wettbewerbsbedenken zu beseitigen. Auch ein Verkauf des gesamten Anteils von Ryanair an Aer Lingus, der bei derzeitigem Börsenkurs etwa 240 Millionen Euro wert ist, wird dabei in Erwägung gezogen. Außerdem könnte Europas größter Billigflieger zu einem Teilverkauf oder Maßnahmen gezwungen werden, die das Mitspracherecht der Fluggesellschaft aus Dublin beim Rivalen einschränken.

Ryanair-Chef kritisiert Kartellamt

Ryanair-Chef Michael O’Leary äußerte sich kritisch zum Beschluss des britischen Kartellamts. Der 52-Jährige glaubt, dass eine Verletzung gegen das EU-Recht vorliegt und fordert außerdem Geduld von der Behörde. Aktuell wartet der irische Billigflieger auf eine Gerichtsentscheidung zum erneuten Einspruch. Zuvor hatte die EU-Kommission als Wettbewerbsaufsicht den erneuten Übernahmeversuch von Ryanair abgelehnt. Es war bereits der dritte Vorstoß von Europas größtem Billigflieger die 75 Jahre alte Aer Lingus zu schlucken.

Bild:Ryanair von Pauls imaging, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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