Ärztetag: Bundesärztekammer hält an PKV fest

28. Mai 2013 - 10:27 - keine Kommentare

250 Ärzte treffen sich ab heute in Hannover zum Ärztetag: Bis zum kommenden Freitag wollen sie über den medizinischen Stand in Deutschland diskutieren und auch noch vor der Bundestagswahl  eine gemeinsame Position zur weiteren Ausrichtung des Gesundheitssystems finden.

Wo sich die Mediziner, die zum Ärztetag nach Hannover kommen, in der Frage zur Bürgerversicherung positionieren, die von der SPD und den Grünen vorgeschlagen wurde, ist auch schon vor dem Treffen bekannt gewesen: Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat sie kategorisch abgelehnt und dafür die Weiterführung der privaten Krankenversicherung befürwortet. Für ihn bedeutet ein einzige Versicherung für alle, dass der Wettbewerb zerstört würde und er befürchtet in diesem Zusammenhang eine „Zwei-Klassen-Medizin“, wie er in einem Interview mit dem „Deutschlandradio“ verlauten ließ.

Standpunkt zum Ärztetag: Montgomery will Reformen nur mit PKV

Er strebt als Ziel der zum 116. Ärztetag vorgestellten Reformkonzepten an, den gesetzlichen Krankenkassen darüber hinaus finanziell autonomere Spielräume zu geben – unter anderem soll dies auch durch einkommensunabhängige Krankenkassenbeiträge geschehen. Weitere Punkte auf dem Treffen sind die Erörterung von Armut und Gesundheit, eine Neuausrichtung der elektronischen Gesundheitskarte und die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte.

Der vehemente Einsatz der Bundesärztekammer für die private Krankenversicherung und eine Neuregelung der Krankenkassenbeiträge steht derweil von vielen Seiten unter Beschuss: Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, betitelte die Bedenken von Montgomery gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als „Unsinn“ und sieht die Pro-PKV Argumente als Ausdruck des rein finanziell begründeten Interesses der Ärzteschaft.

Kritik an Ärztekammer: Gesundheitssystem wird diskutiert

Auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) kam nicht umhin, einkommensunabhängige Beiträge zu den Krankenkassen als Mehrbelastung der Versicherten anzusehen, während der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte die Reformkonzepte als „unausgereiftes, gesundheitspolitisches Papier“ bezeichnete. Ihre Präsentation kurz vor der Bundestagswahl sei „politisch unklug“.

Der 116. Ärztetag wurde von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), dem Ministerpräsident von Niedersachsen Stephan Weil (SPD) und dem Ärztekammervorsitzenden Frank Ulrich Montgomery eröffnet und wird noch bis zum Freitag, den 31. Mai 2013 in Hannover abgehalten.

Bild:Krankenversicherung von FuFu Wolf, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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