Gesundheitsstudie: Diabetes, Depressionen und Adipositas nehmen zu

28. Mai 2013 - 09:32 - keine Kommentare

Das Robert-Koch-Institut hat drei Jahre lang eine Befragung zu gesundheitlichen Themen durchgeführt und die gewonnenen Daten zwei Jahre lang ausgewertet. Nun liegen die Ergebnisse der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ vor und offenbaren, womit die Deutschen zu kämpfen haben.

Die positivste Aussage der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“, DEGS1 genannt, vom Robert-Koch-Institut liegt darin, dass weit über siebzig Prozent der Deutschen mit ihrer Gesundheitssituation zufrieden sind: 73 Prozent der Frauen und 77 Prozent der Männer fühlen sich gesund. Als deutlich negativer müssen die drei Haupterkenntnisse der Gesundheitsstudie gelten: Diabetes, Depressionen und Adipositas haben zugenommen oder befinden sich zumindest auf hohem Niveau.

DEGS1: Übergewicht nimmt zu, Bewegung aber auch

Zwei Drittel der Bundesbürger gelten nach dem Body-Mass-Index als übergewichtig: 53 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer haben einen BMI über 25. Damit sanken die zuletzt vor zehn Jahren ermittelten Werte, bleiben aber hoch. Noch stärker kann dies bei Personen mit einem BMI von über 30 gesehen werden: 23,3 Prozent der Männer und 23,9 Prozent der Frauen gelten als adipös. Auch die Zahl der Diabetes-Fälle ist gestiegen: 7,2 Prozent oder 4,5 Millionen Menschen leiden an den Typen 1 und 2, ein Ergebnis, das auch im Zusammenhang mit dem Übergewicht gesehen wird.

Bei der Untersuchung von psychischen Erkrankungen konnten die Forscher vom Robert-Koch-Institut erkennen, dass Depressionen besonders häufig (mit 10 Prozent) in der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren vorkommt, während ältere Befragte (50 bis 59 Jahre) in erster Linie am Burnout-Syndrom leiden (6,6 Prozent).

Positiv vermerkt die Studie allerdings auch, dass auch die sportliche Aktivität zugenommen hat: 70 Prozent der Männer und über 60 Prozent der Frauen treiben eine Stunde in der Woche Sport – die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt 2,5 Stunden wöchentlich.

Gesundheitsreport vom Robert-Koch-Institut in mehreren Etappen

Der DEGS1 Gesundheitsreport wurde zwischen 2008 und 2011 mit 7.000 Teilnehmern durchgeführt, die ersten Ergebnisse wurden im Juni 2012 vorgelegt, nun wurden weitere Daten bekannt gegeben. Bei einer Studie dieser Größenordnung ist es nur natürlich, dass die Daten in ihrer Gesamtheit über einen langen Zeitraum ausgewertet werden mussten und dass die Deutung der Erhebung diskutiert werden muss – für den Zeitraum 2014/2015 ist der nächste Teil der Befragung, DEGS2, geplant.

Bei der Studie hat sich das Robert-Koch-Institut dicht an die einzige vergleichbare Studie, BGS98, gehalten und konnte sogar 4.000 Personen befragen, die schon vor fünfzehn Jahren teilnahmen. Der besondere Fokus wurde auf den gesundheitlichen Status der Teilnehmer gelegt, auf ihr Verhalten und ihre Lebensbedingungen, sowie auf das Gesundheitssystem und wie es genutzt wird.

Bild: Arzt von tuev_sued, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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