BER Eröffnung: Mehdorn will Großflughafen 2013 in Teilen freigeben

28. Mai 2013 - 08:42 - keine Kommentare

Nach dem vierten Aufschub der BER Eröffnung verfolgt Flughafenchef Hartmut Mehdorn neue Pläne: Trotz kritischer Stimmen aus dem Aufsichtsrat will er den Flughafen Berlin-Brandenburg zumindest teilweise nutzbar machen – EasyJet soll schon in diesem Jahr von Schönefeld umziehen.

Der von Pannen geplagte Großflughafen Berlin-Brandenburg (BBI oder auch BER) könnte wider Erwarten doch noch 2013 eröffnet werden – zumindest wenn es nach den Vorstellungen des neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung geht: Nachdem auch der Eröffnungstermin im Herbst unbestimmt verschoben werden musste, hat Hartmut Mehdorn nun laut Medienberichten der Billig-Airline EasyJet angeboten, in diesem Jahr von Flughafen Schönefeld in das Nordpier des BER umziehen zu können. Damit soll die Inbetriebnahme des Flughafens wenigstens in Teilen begonnen werden.

Mehdorn will BER Eröffnung noch 2013

Mit 350 Metern ist der Nordpier von vornherein für die Nutzung durch EasyJet errichtet worden und, wie an anderen Bauobjekten des Großflughafens, wurden auch hier bauliche Mängel, vor allem im Bereich des Brandschutzes festgestellt, die nun behoben werden müssen. Mehdorn will die Umbauten für die Billig-Airline offenbar vorziehen, um diesen Teil des BBI nutzen zu können, wohl nicht zuletzt auch aus Kostengründen.

Denn der Betrieb des Flughafens Berlin-Brandenburg kostet laut Berechnungen des „Spiegels“ monatlich 20 Millionen Euro trotz des Stillstandes der Bauarbeiten und des fehlenden Flugverkehrs – das Verkehrsministerium geht sogar von Kosten in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro im Monat aus. Hauptsächlich seien die hohen Energiekosten und Reinigungen, die Überwachung und die Instandhaltung für die auch im Leerlauf anfallenden Geldbeträge verantwortlich. Durch die teilweise Eröffnung könnten zumindest Gelder auch wieder in die Flughafenbaustelle gespült werden.

BBI Aufsichtsrat und Geschäftsführung sind sich uneinig

Hartmut Mehdorn, der vom Aufsichtsrat als Retter des BER berufen wurde, hat derweil einen schlechten Stand mit seinen Vorschlägen: Zunächst hatte er darauf plädiert, den Flughafen Berlin-Tegel, der eigentlich geschlossen werden sollte, sobald der Großflughafen fertiggestellt wäre, weiterhin offen zu halten, da schon jetzt klar ist, dass die Kapazitäten des BBI nicht ausreichen werden, und nun schlug er Anfang Mai vor, Berlin-Brandenburg in Teilen zu nutzen – beide Ideen wurden abgelehnt, zumal sie sich auch bedingen. Um den neuen Flughafen in Etappen zu eröffnen, müsste Tegel länger bestehen, was rechtlich nicht möglich sei, wie der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, betonte.

Laut Wowereit, der seinen Vorsitz an den Brandenburger Ministerpräsidenten Platzeck abgab, würde Mehdorns Plan nicht das Konzept des Aufsichtsrats widerspiegeln. Ein Sprecher von EasyJet hat sich derweil positiv hierzu geäußert und festgehalten, dass das Interesse an einem frühzeitigen Umzug groß bei der Fluggesellschaft wäre. Hierzu müsste allerdings der S-Bahnhof am Flughafen Berlin-Brandenburg umgehend in Betrieb genommen werden, heißt es in den Medienberichten.

Bild: BBI von CellarDoor85, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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