Mord an einem Soldaten in London: Britische Regierung geht von Terrormotiv aus

23. Mai 2013 - 11:46 - keine Kommentare

Im Londoner Stadtteil Woolwich wurde am gestrigen Mittwoch am frühen Nachmittag ein nichtuniformierter Soldat der britischen Armee auf offener Straße ermordet: Zwei Angreifer töteten ihn mit einem Messer und einem Fleischerbeil, während sie islamistische Parolen riefen. Beide konnten festgenommen werden.

Die Hauptstadt Großbritanniens wurde am Mittwoch, den 22. Mai 2013 von einer Bluttat schockiert, die kaum perfider und brutaler hätte ausfallen können: Kurz nach 14 Uhr fuhren zwei mutmaßliche Täter einen britischen Soldaten ohne Uniform im Bezirk Woolwich an und attackierten ihn mit einer Pistole, einem Messer und einem Beil, wobei dem Opfer, dessen Identität noch nicht bekannt gegeben wurde, schwere Verletzungen zugefügt wurden, an denen der Mann schließlich starb. Nach dem Mord flohen die beiden Angreifer nicht, sondern ließen sich fotografieren und mit Videokameras aufnehmen, wobei sie islamistische Äußerungen ausstießen und ihre Tat als Vergeltung für sterbende Muslime im Mittleren Osten darstellten.

Terrorakt in London: Angreifer töten britischen Soldaten auf offener Straße

Als gegen 14.20 Uhr die Polizei auf den eingehenden Notruf reagierte, gingen die beiden Angreifer auch auf die Funkstreife los, die daraufhin das Feuer eröffnete. Die beiden Männer wurden verwundet und in ein Krankenhaus eingeliefert. Wegen der Bezüge auf den Islam und den Krieg in arabischen Ländern in den Ausrufen der mutmaßlichen Mörder, wird die Tat in einem terroristischen Zusammenhang gesehen: Premierminister David Cameron rief den nationalen Sicherheitsrat zusammen und sieht die Bluttat als ersten Terrorakt in Großbritannien seit dem Selbstmordanschlag auf die Londoner U-Bahn im Jahr 2005 an.

Der Premierminister befand sich auf dem Weg vom EU-Gipfel in Brüssel nach Paris, als er von dem Mordanschlag informiert wurde. Seine erste Stellungnahme gab er im Éysée-Palast ab, wo er sich mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande beraten wollte. Er reiste schnellst möglich nach London zurück und auch der Oppositionschef der Labour-Partei, Ed Milibrand, brach seinen Besuch in Deutschland ab, um in die britische Hauptstadt zu fahren.

Premierminister Cameron: Erster Terroranschlag seit 2005 in Großbritannien

Während die Terrorwarnstufe in Großbritannien nicht angehoben wurde, hat man die Polizeipräsenz im Londoner Stadtteil Woolwich verstärkt, um Übergriffen vorzubeugen. Dennoch versammelten sich teilweise mit Skimasken vermummte Rechtsradikale der „English Defence League“ dort und skandierten Parolen mit antiislamischen Inhalten. In Baintree in Essex lief ein Mann mit einem Messer bewaffnet in eine Moschee, konnte jedoch aufgehalten werden. Auch in Kent kam es zu Sachbeschädigungen an einer Moschee.

Der Muslimrat in Großbritannien verurteilte den Mordanschlag und betonte, dass dieser nichts mit dem Islam zu tun habe. Gleichzeitig rief er Menschen aller Glaubensrichtungen zum Zusammenhalt gegen die „Kräfte des Hasses“ auf.

Bild: Polizei London von Paul Robertson, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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