Firmengründungen in Deutschland sind rückläufig

22. Mai 2013 - 14:15 - keine Kommentare

Die KfW Förderbank hat für das Jahr 2012 deutlich weniger Gründungen von Firmen ermittelt als noch in den Jahren zuvor: Der Rückgang der Selbständigkeit wird gleichermaßen mit der guten Arbeitsmarktsituation, mit hohen Risiken für Firmengründer und mit weggefallenen Fördersummen begründet.

Lediglich 775.000 Menschen wagten im vergangenen Jahr den Schritt in die Selbständigkeit: Ob im Vollerwerb oder als Nebenverdienst, die Anreize für die Arbeit als Freiberufler oder zur Gründung der eigenen Firma scheinen derzeit gering zu sein, wie eine Datenerhebung der KfW Förderbank vermittelt. Im Vergleich zu 2011 seien sieben Prozent weniger Firmengründungen erfasst worden und gleichzeitig auch die geringste Anzahl seit 2000, seitdem die Angaben ermittelt werden. Jörg Zeuner, Volkswirt bei der KfW, sieht darin eine bedenkliche Entwicklung, die sich auch auf die Wirtschaft und die Arbeitslosenzahlen auswirken könnte.

KfW Förderbank Datenerhebung: Firmengründungen gehen zurück

Firmengründer sorgen auch für neue Arbeitsstellen, doch wenn sich weniger Menschen entscheiden, ihr eigenes Unternehmen zu führen, bleiben entsprechend auch die Beschäftigungszahlen auf der Strecke: Mit 383.000 neugeschaffenen Vollzeitstellen, 171.000 davon waren Mitarbeiter, befinden sich die Statistik des letzten Jahres mit vierzehn Prozent unter der von 2011. Auch die Chancen, durch die Selbständigkeit oder eine Firmengründung aus der Arbeitslosigkeit zu gelangen, schwinden kontinuierlich, denn es besteht kein Rechtsanspruch mehr auf Zuschüsse.

Bis Ende 2011 wurden noch 300 Euro pro Monat und Arbeitslosengeld I gezahlt, nunmehr kann die Arbeitsagentur selbst entscheiden, wer bezuschusst wird. Und dies sind aus Kostengründen immer weniger: Nur noch 20.000 Menschen erhielten Gründungszuschüsse, die Fördersumme sank von ehemals 1,7 Milliarden auf 0,9 Milliarden Euro. Wer als Arbeiter oder Angestellter in Lohn und Brot steht, sieht somit auch kaum einen Anreiz, um seine Ideen zu verwirklichen, wenn die finanzielle Sicherheit nicht gegeben ist.

Gründungszuschüsse nur noch selten: Selbständige scheuen hohes Risiko

Diesem Risiko auszusetzen bedeutet auch, möglicherweise zu den 25 Prozent der Neugründer zu gehören, die innerhalb der ersten drei Jahre aufgeben müssen. Die Arbeitsmarktlage erscheint hingegen verhältnismäßig positiv und Gründer haben oftmals Probleme, Personal einzustellen, das sich auf die unsichere Situation eines Arbeitgebers, der neu auf dem Markt ist, einstellen möchte. Jörg Zeuner von der KfW sieht darin auch zukünftige Schwierigkeiten für den Wettbewerb und die Entwicklung von innovativen Strukturen, auch wenn er die glaubt, dass die aktuellen Zahlen zu Firmengründungen erst einmal stabil bleiben.

Bild: Selbständigkeit von Florian Simeth, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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