Impfmüdigkeit bei Masern: Viruserkrankung auf dem Vormarsch

21. Mai 2013 - 14:20 - keine Kommentare

Masern gehören hierzulande zu den Krankheiten, durch die man meistens im Kindesalter durch muss, die aber nicht weiter von Belang zu sein scheinen – doch weit gefehlt, die als „Kinderkrankheit“ verniedlichte Seuche gehört zu den ansteckendsten und tödlichsten Virenerkrankungen weltweit.

Durch fortgeschrittene Impfungen konnten Masern in den vergangenen Jahrzehnten in Schach gehalten werden, jedoch während die Viruserkrankung in ihrer wahrgenommenen Gefährlichkeit abnimmt, sinkt auch die Vorsorge: Weniger Menschen lassen sich und ihre Kinder impfen und bereiten damit dem Virus neue Wege zur Übertragung. Die Angst der Eltern vor Impfungen ihrer Kinder, die in den letzten Jahren zu einem Abnehmen der Disziplin führte, kann zum einen auf den Vorgang selbst zurückgeführt werden, zum anderen auch auf mögliche Folgen, wie dem leichten Ausbrechen der Krankheit, den sogenannten Impfmasern, die bei drei bis fünf Prozent der Patienten auftreten.

Impfungen gegen Masern nehmen ab

In Deutschland wurden so im ersten Quartal 2013 61 neue Fälle der Masern vom Meldesystem für meldepflichtige Infektionskrankheiten der Ständigen Impfkommission (Stiko) erfasst, im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr waren es lediglich 29. Das Robert-Koch-Institut meldete bis zum 15. Mai 199 Masernerkrankungen. Laut der Gesundheitsorganisation WHO gingen die Zahlen der tödlichen Verläufe der Masern zwischen den Jahren 2000 und 2011 von 542.000 Opfern auf 158.000 zurück, die Neuansteckung hingegen stieg auf 20 bis 40 Millionen.

Der Masernvirus kommt nur bei Menschen vor, ist aber verwandt mit der Hundestaupe und der Rinderpest. Ab dem zwölften Monat kann eine Impfung gegen Masern durchgeführt werden. Mit einem drei-  oder vierfachen Impfstoff, der auch gegen Mumps, Röteln und Windpocken immunisiert, können nicht nur die typischen Symptome wie Fieber und der rote Hautausschlag, sondern auch die Komplikationen, die häufigsten sind hier Lungenentzündungen und Gehirn- und Hirnhautentzündungen, vorgebeugt werden.

Masernwelle: Gemeldete Fälle der Viruserkrankung steigen

Auch die mittlerweile als Fehlerhaft eingestufte Untersuchung von Andrew Wakefield zum Zusammenhang zwischen der Masernimpfung und Autismus hat vor allem in Großbritannien zu einer Impfabstinenz geführt. 20 Prozent der erkrankten Kinder müssen hier ins Krankenhaus eingeliefert werden – und auch in Berlin ist es derzeit zu einer Masernwelle gekommen: 33 Prozent der Masernpatienten werden momentan stationär behandelt. Noch schwerwiegender hat es die Provinz Punjab in Indien getroffen: Von 9.000 aktuellen Patienten sind schon 90 an den Folgen der Masern gestorben, drei Kinder verstarben am vergangenen Montag.

Bild: Kinderarzt von Jean Pierre Hintze, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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