Peer Steinbrück: Mindestlohn und Abschaffung des Betreuungsgeldes

20. Mai 2013 - 08:03 - 3 Kommentare

SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück hat in einem Interview seine Pläne für den Fall eines Wahlsieges umrissen. Demnach soll der gesetzliche Mindestlohn eingeführt, das Betreuungsgeld abgeschafft und ein Gesetz zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen verankert werden.

Bei den aktuellen Wahlumfragen der verschiedenen Meinungsinstitute wird die SPD und ihr Spitzenkandidat Peer Steinbrück zwischen 22 und 26 Prozent geführt. Angesichts einer eher fallenden Tendenz ist man bei den Sozialdemokraten weit von einer Regierungsbildung im Herbst entfernt, vielmehr deutet derzeit alles darauf hin, dass man vier weitere Jahre in der Oposition arbeiten wird.

Grund für die Dominanz der Union ist vor allem Sympathieträgerin Angela Merkel, die mit ihrer Persönlichkeit die aktuelle Regierungsarbeit überstrahlt. Peer Steinbrück, weit hinter den Umfragewerten der Kanzlerin zurück, gibt sich dennoch optimistisch für die anstehende Bundestagswahl im Herbst. Die Hoffnungen ruhen dabei weniger auf einem Popularitätsverlust von Angela Merkel, sondern auf der Bewertung der Regierungsarbeit.

Peer Steinbrück: Mindestlohn und Abschaffung des Betreuungsgeldes

In einem Interview mit der “Bild am Sonntag” hat Peer Steinbrück seine ersten Arbeitsmonate umrissen, falls er im Herbst die Regierungsgeschäfte übernehmen würde. Zentrales Thema wird dabei die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Deutschland sein, der vor allem Geringverdienern helfen soll. Auch das umstrittene Betreuungsgeld, das die SPD einst in der großen Koalition mit auf den Weg gebracht hat, soll wieder abgeschafft werden. Zudem sol ein Gesetz zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen  auf den Weg gebracht werden.

Steinbrück möchte damit die Probleme angehen, die die Menschen in Deutschland wirklich beschäftigen. Bezahlbares Wohnen, Pflege, Kinderbetreuung und Altersvorsorge müssen wieder deutlich mehr im Vordergrund stehen.

Bild:Peer Steinbrück von nrwspd, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Peer Steinbrück: Mindestlohn und Abschaffung des Betreuungsgeldes

Zu diesem Beitrag gibt es 3 Kommentare.

von Gerhard Ludolphs am 20. Mai 2013 - 10:50 Uhr

Warum plant der Herr EX.-Finanzminister nicht die sofortige Abschaffung des SOLI und des Mittelstandsbauchs beim Eink.-Steuer-Tarif. Bunte Platte und nichts dahinter!.
Frohes Schaffen !
GL

von Gassenreh am 23. Mai 2013 - 11:51 Uhr

Die bescheidene Anerkennung der Leistung für Erziehung und basale kognitive Entwicklung durch das Betreuungsgeld ist sehr zu begrüßen und die Tendenz zu seiner Abschaffung zeugt von einer Unkenntnis wissenschaftlicher Erkenntnisse bezüglich frühkindlicher Basalerziehung
Niemand kann sich an die ersten drei Lebensjahre direkt und konkret erinnern, da dort komplexe Reifungs- und Verschaltungsvorgänge in den Gehirnen ablaufen, in welche nur sehr behutsam eingegriffen werden sollte.

So toll sind Krippen für 0 – 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten (Arbeitgeberpräsident HUNDT; Präsident von Gesamtmetall DULGER) wie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“
Nicht nur die Familie, sondern vorallem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes.
Ausgerechnet diejenige Partei, die sich für die Schwachen einsetzen will, argumentiert reflexhaft gegen das Betreuungsgeld und trifft damit die Schwächsten der Gesellschaft.
Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu erwartender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge “learned helpnessless” und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung zu befürchten. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0 – 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung. [Auch Migrantenkinder müssen das basale Denken in der jeweiligen Muttersprache beginnen zu lernen].
Dadurch ist zu befürchten, dass der wichtigste Schatz, den Deutschland besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt vorliegen wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5 – 6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013)

von pit am 23. Mai 2013 - 17:10 Uhr

gerhard ludolphs da gebe ich dir recht
wie lange müssen wir noch zahlen hat er mal unsere städte mal angesehen
der als kanzler nein danke

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