Stefan Raab: Der Eurovision Song Contest 2012 ohne den Starmoderator

20. Mai 2011 - 12:47 - 1 Kommentar

Er hat es weit gebracht – Starmoderator Stefan Raab (44) hat es geschafft den Eurovision Song Contest zu modernisieren, für Jugendliche zugänglich und insbesondere begehrt und erfolgreich zu machen. Heute die Ankündigung des Tages: Der Eurovision Song Contest 2012 wird ohne ihn stattfinden.

Euphorie da, Besorgnis hier

Die Medien überschlagen sich nach dieser Ankündigung, die Stefan Raab heute verlauten ließ. Der ESC 2012 in Baku wird nicht von Stefan Raab betreut. Das bezieht sich sowohl auf die Moderation als auch auf den Juryvorsitz. Sogar die Position des Komponisten oder der musikalischen Produktion hat Raab abgelehnt. Währen hierzulande die Fans des ESCs um zukünftige Erfolge besorgt sind, macht man sich in Aserbaidschan bereits schon jetzt Gedanken über den ESC 2012 am 26. Mai des kommenden Jahres.

Raabs Erfolge

Und Deutschland hat gute Gründe zur Besorgnis, da Stefan Raab nicht nur die höchsten Stufen der ESC-Karriere bestiegen hat, nein, er hat auch den ESC selber geprägt. Schon zu Zeiten von Guildo Horn war er als Songwriter von „Wadde hadde dudde da“ aktiv beteiligt. Dass er später mit Max Mutzke einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickte und sogar 2010 mit einer eigens geförderten Künstlerin, Lena Meyer-Landrut, den ESC Sieg nach Deutschland holen würde, das hat kaum einer vorhersehen können.

Wie geht es also weiter?  Die Produktionsfirma Brainpool TV steht zwar noch mit Raab in Verbindung, dennoch ist bislang noch nicht einmal sicher, ob die Castingsendung „Unser Star für…“ weitergeführt wird.

Ob und wer sich dem ESC-Problem in Deutschland annehmen wird, bleibt also spannend. Bis dahin können wir uns über die Ankündigungen in Aserbaidschan freuen, wo die Frau des Präsidenten Mechriban Alijewa schon jetzt ankündigt, dass die Aufmachung der Veranstaltung mit der in Düsseldorf auf jeden Fall vergleichbar sein wird.

Politik versus Entertainment

Ob das die Bewohner in Baku wirklich interessiert, was da gerade im Gange ist? Wirft man einen Blick weg von den Entertainment-News hin zu den Nachrichten im Politikbereich, wird klar: wohl kaum.

Der Präsident Ilcham Alijew bevorzugt eher den autoritären Regierungsstil in der ehemaligen Sowjetrepublik. Entsprechend dieser Umstände sind auch Oppositionelle nicht gerade gut auf den Staatsführer zu sprechen, sogar korruptive Führungsmechanismen und die politische Bevorzugung familiärer Nachkömmlinge werden ihm vorgeworfen.

Böse Zungen behaupten, es sei typisch, dass die meisten ESC-Zuschauer ohne den Sieg von Ell & Nikki am vergangenen Samstag nicht hätten sagen können, wo sich Aserbaidschan geographisch befindet – vermutlich wissen noch viel weniger um die politischen Umstände vor Ort.

Der clevere Rückzug zum richtigen Zeitpunkt

Egal wie es sich in den nächsten 12 Monaten in Aserbaidschan entwickelt, egal wer den deutschen Star fördern und nach Baku schicken wird – Stefan Raab ist schon jetzt Gewinner des Jahres 2012.

Unserer Meinung nach hat er das einzig Richtige getan und zum richtigen Zeitpunkt abgedankt. Mit dem ESC kann er sich keine weiteren Erfolge mehr sichern, das ist allen klar. Und wäre er im nächsten Jahr nochmals angetreten beziehungsweise in irgendeiner Form aufgetreten, hätte er sich vermutlich eher lächerlich als nützlich gemacht.

Nachdem die Grundlagen von ihm jedoch ideal in Szene gesetzt wurden, hoffen wir natürlich, dass die Vorbereitungen für den bevorstehenden Eurovision Song Contest in Baku in exakt diesem Format und vor allem mit genau diesen musikalischen Mindestansprüchen weitergeführt werden.

 
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Kommentare zu Stefan Raab: Der Eurovision Song Contest 2012 ohne den Starmoderator

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Rufat am 22. Mai 2011 - 01:43 Uhr

ich finde der Text politik versus entertaiment kommt für mich beleidigend rüber. ich bin aserbaidschaner und kann sagen, dass das die leute in aserbaidschan sehr wohl interessiert hat. und was den präsidentet angeht, ohne ihn wäre aserbaidschan wohl nicht zu dem geworden was es heute ist. es ist ein erfolgreiches land was sich immer weiter entwickelt und auf der positiven linie steht.
Danke für euer Verständnis!

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