Fernbusse: Deutsche Post und ADAC starten ab November

12. Mai 2013 - 11:47 - keine Kommentare

Die Deutsche Bahn erhält im Bereich der Fernbusse weitere Konkurrenz, denn die Deutsche Post und der ADAC steigen gemeinsam in das Geschäft ein. Ab November will der ”ADAC Postbus” vorerst fünf Strecken in Deutschland bedienen. Danach scheint ein rascher Zuwachs an Linien bis zum Frühjahr 2014 möglich zu sein.

Bereits 18 Jahre ist es her, als die Deutsche Post ihre Aktivitäten beim Fernreisebus einstellte. Nun startet der Bonner Dax-Konzern gemeinsam mit dem ADAC eine Rückkehr und sorgt damit für einen Paukenschlag. Bereits ab dem 1. November 2013 sollen fünf Hauptstrecken bedient werden. Die Deutsche Bahn muss nun starke Konkurrenz fürchten, denn die Fahrpreise des ”ADAC Postbus” sollen deutlich unter dem üblichen Bahnpreis liegen. ADAC und Deutsche Post hatten zuvor eine gemeinsame Betreibergesellschaft vereinbart, an der beide Unternehmen jeweils zu 50 Prozent beteiligt sind. Lediglich die Zustimmung der Kartellbehörde soll bisher noch ausstehen. Kritiker befürchten nun Dumpingpreise auf dem erst neu geöffneten deutschen Fernbusmarkt.

Konkurrent übt Kritik

Ab dem 1. November sollen vorerst fünf Linien den Startschuss für den ”ADAC Postbus” darstellen. Die Strecken von Berlin über Leipzig nach Dresden, von Köln über Stuttgart nach München, von Frankfurt/Main über Nürnberg nach München, von Bremen über Hamburg nach Berlin und von Köln über Hannover nach Berlin werden vorerst bedient. Insgesamt wurden laut Angaben des Bundesverkehrsministeriums bereits 23 neue Inlandsverbindungen genehmigt. Dabei profitieren der ADAC und die Deutsche Post von einem Beschluss des Bundestages, der Ende 2012 das Bahn-Monopol für Fernstrecken aufhob, das zuvor 70 Jahre lang bestand.

Neben den beiden staatlichen Anbietern, der Deutschen Bahn und der Deutschen Post in Zusammenarbeit mit dem ADAC, wollen auch mehrere private Unternehmen den Schritt in das neue Geschäft wagen. Dazu zählt auch ”MeinFernbus” aus Berlin, ”DeinBus” aus Offenbach und ”FlixBus” aus München. Das Unternehmen aus der Hauptstadt kritisierte bereits den Schritt der Deutschen Post. ”Mein Fernbus” befürchtet, dass der Postkonzern seine Überschüsse aus dem Briefmonopol nutzen könnte, um seine Fernbussparte zu subventionieren. Dies könnte laut dem Berliner Unternehmen zu Dumpingpreisen führen und würde somit die Erfolgsaussichten der privaten Anbieter stark einschränken.

Streckenausbau möglich

Die Bustickets für den ”ADAC Postbus” sollen ab Oktober über das Internet, in etwa 5000 Postfilialen und in ADAC-Geschäftsstellen im Umkreis der angefahrenen Städte erhältlich sein. Sollte der Einstieg in den Markt der Fernbusreisen für die Deutsche Post und den ADAC erfolgreich verlaufen, könnte bereits im Frühjahr 2014 ein weiterer Streckenausbau folgen. Dann könnte der ”ADAC Postbus” 30 der größten deutschen Städte mit etwa 60 Bussen verbinden.

Bild: Deutsche Post von quinet, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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