Pietro Lombardi: Der DSDS-Superstarter

18. Mai 2011 - 20:29 - 4 Kommentare

Die aktuelle DSDS-Staffel ist vorbei, mit Pietro Lombardi (18) steht der Gewinner fest. Für den Erstplatzierten geht es jetzt jedoch erst richtig los mit einem neuen Leben. Ein Leben, das neben Erfolg und Ruhm auch Kritik, Stress und unerwartete Schwierigkeiten mit sich bringt.

Erfolge in Zahlen

Mit seiner ersten Single „Call my Name“ führt er die Chartlisten an und feiert seinen zweiten Erfolg nach dem Sieg des DSDS-Finales. Am 27. Mai erscheint sein erstes Album „Jackpot“, auf welchem er zwei Songs mit seiner Freundin und Zweitplatzierten Sarah Engels (18) veröffentlichen wird. Mit mehr als 300.000 Verkäufen und über 700.000 Views auf Clipfish macht er Stars wie Lady Gaga und Lena aktuell Konkurrenz. Während es bei Lady Gaga nur 500.000 Views auf Clipfish waren, sind auch die Downloadzahlen im Vergleich zu Lenas „Satellite“ weitaus höher.

Von Dieter Bohlen gepushed, tritt Pietro nicht nur in die Fußstapfen der früheren DSDS-Gewinner, nein, hinter vorgehaltener Hand heißt es schon jetzt, dass er auf dem Weg ist, der erfolgreichste DSDS Gewinner überhaupt zu werden.

Keine Zeit für Höhenflüge

Pietro war zwar schon während der DSDS-Ausstrahlungen Liebling der Medien und der Fans, jedoch gab es auch zahlreiche Kritiker, Neider und vor allem Moralisten, die Gegenwärtiges regelmäßig infrage stellen.

Nachdem Gerüchte aufkamen, dass Pietro seine Gage mit seiner Freundin Sarah teilen möchte, wurden die Stimmen der Eltern laut. Sarahs Mutter gab bekannt, dass sie nicht viel von Pietro hält, Lombardis Vater hingegen schimpft über den Engels-Umgang und prangert den scheinbar schlechten Einfluss auf seinen Sohn an. Das Liebespaar? Ja, das hält sich im Background, bis auf Pietro der bei öffentlichen Auftritten zu seiner Liebe und der Beziehung steht.

Das schwere Erbe der Castingshows

Wäre das der einzige Schatten, der die ersten Karriereschritte des neuen Stars begleitet, wäre der Druck vermutlich nicht allzu hoch. Unangenehm hinzu kommt jedoch, dass das Castingformat im Ursprung gleichbedeutend mit einem unangenehmen Erbe ist. Fragt man  die Masse, kann sich kaum noch einer an die Stars der vergangenen Staffeln erinnern. Auffallende Individualisten wie Daniel Küblböck – heutzutage Millionär dank Investitionen in Solarenergie – oder Alexander Klaws, mittlerweile Musicalstar in Tarzan, fallen schon lange nicht mehr mit Chartstürmungen auf. An unzählige andere kann man sich nicht einmal mehr erinnern. Nicht nur DSDS ist von dieser Entwicklung betroffen, auch andere Castingformate lassen durchschnittliche Normalos mit Stimmbegabung schon nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden.

Grund hierfür ist zum einen, dass es jährlich neue Staffeln und somit auch neue Stars gibt, zum anderen liegt es an den Gewinnern selber. Nicht jeder hat das Zeug zum Superstar, nicht jeder hält den andauernden Druck aus und vor allem: nicht jeder schafft es innerhalb kurzer Zeit ohne prominente Produzentenunterstützung im Musikgeschäft erfolgreich zu bleiben.

Was Pietro jetzt folglich erwartet: Er darf seinen aktuellen Tophit nur kurz feiern und muss kontinuierlich daran arbeiten auch ohne die Unterstützung von Dieter Bohlen voran zu kommen. Denn auch im nächsten Jahr wird Bohlen einen neuen Star bei DSDS wählen lassen, den er erneut öffentlich pushen wird.

Das absehbare Ende für DSDS

Der aktuelle Spiegel hatte vor kurzem ein Interview mit Ute Biernat, Mitarbeiterin in der Betriebsleitung der Grundy Light Entertainment GmbH veröffentlicht, indem klar wird, wie es in der Zukunft für Shows wie DSDS aussehen wird. Jeder Hype hat ein Ende, die Erfolge der Castingshows jeder Art werden selbst inhouse von den Veranstaltern auf maximal noch drei Jahre begrenzt. Was im ersten Moment nach einer langen Planung aussieht, sollte Pietro Lombardi zu denken geben.

Noch drei Jahre in denen es vermutlich mindestens drei neue DSDS-Gewinner geben wird, mindestens drei neue Kandidaten die mit Persönlichkeit, Gesang und möglicherweise auch mit eigenen romantischen Liebesgeschichten die Herzen der Medien erobern werden.

Deutschland, das Land des Vergessens

So gerne man Pietro Lombardi auch hat und so sehr ansprechend auch sein aktueller Titel „Call my Name“ ist, es ist nur schwer vorstellbar, dass ausgerechnet er langfristig in den Charts zu sehen sein wird. Deutschland, das Land der Förderung junger, unbekannter Gesangstalente ist zugleich auch das Land der schlechten Erinnerung.

Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, könnten Kritiker mit ihren aktuellen Prognosen zu Pietros Laufbahn Recht behalten. Möglicherweise hat er noch drei oder vier Top-Hits, teilweise dank der Bohlen-Unterstützung – möglicherweise hält sogar die Liebe zu seiner Gesangskollegin – aber wie alles ist es – einzig und allein schon das Alter betrachtend – eher unwahrscheinlich dass diese Bindung für die Ewigkeit sein wird. Denn auch in Puncto Liebe gibt es zahlreiche Paradebeispiele, die strahlend begonnen und in wilder Schlammschlacht endeten. Wohl prominenteste Liebesgeschichte ist die der DSDS-Kandidatin Juliette Schoppmann und der No Angels-Sängerin Lucy. Beides zwar keine Gewinner, dennoch Talente, die mit Hilfe von Castingsendungen entdeckt wurden.

12 Jahre Casting-Geschichte

Seit Herbst 2002 gibt es nun Deutschland Sucht Den Superstar – die Prognosen der Produzenten gehen bis 2014. Das sind insgesamt 12 Jahre Casting-Geschichte! Führt man sich diese Zahl vor Augen und ergänzt sie mit anderen Formaten weiterer TV-Sender reicht die Liste der Casting-Stars und insbesondere der One-Hit-Wonder bis ins Unermessliche.

Die Frage ist nun, ob es an unseren Talenten liegt oder den Castingshows. Die Sendungen aus Amerika oder England werden ebenfalls in dieser Regelmäßigkeit produziert, dennoch zeichnen sich die Gewinner dieser durch öffentliche Langlebigkeit aus. Und auch an dieser Stelle werden kritische Stimmen ähnlich laut wie zu Lenas 10. Platz beim Eurovision Song Contest.

Die Talente, die vom deutschen Publikum zu Gewinnern gemacht werden sind zwar durchgehend sympathisch und amüsant, aber nicht besonders auffallend durch Stimme und Bühnenpräsenz. Stimmliche und persönliche Vielfalt kann man genauso lange suchen bei den deutschen Casting-Gewinnern wie eine Entwicklung der so glanzvoll startenden Gesangskarriere.

Der Mythos „Erfolg“

Dass Casting-Shows besonders beliebt sind, liegt vor allem daran zu sehen, wie durchschnittliche Jugendliche von nebenan erfolgreich werden. Das könnte jeder von uns sein, der eine solche Begabung hat – sie leben unsere geheimen Träume aus und machen sie somit für uns greifbar. Entsprechend müsste man nicht überlegen, Casting-Shows gänzlich zu eliminieren, sondern viel eher in Betracht ziehen diese umzustrukturieren.

Wie das aussehen sollte? Eventuell transparentere Beurteilungen, möglicherweise auch mehr Internationalität, mehr Genrevielfalt – mehr Entscheidungen vom Publikum. Vielleicht aber auch einfach Casting-Teilnehmer, bei denen schon von Anfang an klar ist, dass sie es mit den tatsächlichen Stars im Ausland aufnehmen könnten. Genau dieser Aspekt trifft beim jetzigen Gewinner Pietro Lombardi nämlich nicht wirklich zu.

 
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Kommentare zu Pietro Lombardi: Der DSDS-Superstarter

Zu diesem Beitrag gibt es 4 Kommentare.

von lars heiduczek am 18. Mai 2011 - 21:11 Uhr

was macht gerade pietro

von Line is JackPot am 18. Mai 2011 - 21:26 Uhr

Pietro is der GAIelste
er is mein JACKPOT und Bonus…..
Er is en echter fisch….
aber ich find ihn TOLL
<333 <333

von Millionär! am 19. Mai 2011 - 14:28 Uhr

Ja – der Alexander Klaws hat sich sehr weiterentwickelt und ist ein super Musical-Star.Aber wann hören die Medien endlich mit dem Ammen-Märchen des Daniel Küblböck auf – er ist kein Millionär. Und wird auch nie einer sein, zumindestens nicht durch Arbeit.
Es ist Pietro Lombardie zu wünschen, dass er seinen musikalischen Weg weiter gehen kann…obwohl es sehr schwer wird.

von Bommel am 20. Mai 2011 - 09:44 Uhr

Die Sendung heißt absichtlich nicht “German Idol”, sondern “Deutschland sucht den Superstar”. Mal abgesehen davon, dass im Schnitt nur 6 Millionen (von 80 Millionen Deutschen) zuschauen: Ein Superstar darf nicht gefunden werden, sonst ist die Sendung nämlich zu Ende.

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