Lebensversicherungen: Fallender Garantiezins für Neukunden mit negativer Wirkung

23. April 2013 - 13:39 - keine Kommentare

Altkunden von Lebensversicherungen können mit gestiegenen Ablaufsummen rechnen, während jüngere Einzahler sich mit dem fallenden Garantiezins konfrontiert sehen. Grund hierfür ist die gerichtlich entschiedene Beteiligung an den Reserven der Versicherungsunternehmen, deren Anstieg konträr zu niedrigen Zinsen verläuft.

Die Zinsen von Lebensversicherungen fallen weiter, bei gleichzeitig steigenden Werten. Da laut einem Bundesverfassungsgerichtsurteil aus dem Jahr 2008 Versicherungsnehmer auch an den so entstehenden stillen Reserven beteiligt werden müssen, können Altkunden mit steigenden Ablaufsummen rechnen – Neukunden hingegen werden davon nicht profitieren können. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle „map-Report“ des Wirtschafts- und Versicherungsexperten Manfred Poweleit, der die Situation für die Versicherungsgesellschaften als „völlig absurd“ bezeichnet, da sie weniger am Rentenmarkt einnehmen, dafür aber mehr ausschütten müssen.

Versicherungsreserven: Lebensversicherungen schütten hohe Ablaufsummen aus

Poweleits Studie hat ermittelt, dass die Ablaufsummen für Lebensversicherungen zum ersten Mal seit 13 Jahren 2012 wieder gestiegen sind, da die sinkenden Zinsen für eine Wertsteigerung der Anleihen sorgt, die wiederum ausgeschüttet werden muss – seiner Meinung nach eine Scheinreserve, die zwar Altkunden höhere Summen beschert, der gesamten Versicherungsbranche allerdings schadet. Denn durch die hohen Ausschüttungssummen würde der Garantiezins – zwischen 1994 und 2000 noch bei 4 Prozent – weiter fallen. Momentan liegt er bei 1,75 Prozent.

Mit 76 Milliarden Euro aus Bewertungsreserven, 24 Milliarden Schlussüberschussbeteiligungen. 20 Milliarden freie Rückstellungen und 5 Milliarden Zinszusatzreserven können Versicherungen auf Ansparungen in Höhe von 125 Milliarden Euro zugreifen – doch die Ausschüttung geht nicht nur auf Kosten dieser Reserven, sondern auch auf zukünftige Gelder neuerer Versicherungsnehmer. Versicherungen selbst scheinen ihr Hauptaugenmerk auch von den klassischen Lebensversicherungen verstärkt auf Risikoversicherungen zu lenken.

Fallender Garantiezins: Neukunden müssen mit weniger Geld rechnen

Für Versicherungskunden bedeutet dies, dass Neukunden nicht oder zumindest nicht viel von den angesparten Reserven abbekommen werden. Altkunden, deren Versicherungspolicen derzeit ablaufen, können hingegen einerseits von den besseren Verhältnissen zur Zeit des Abschlusses der Lebensversicherung profitieren und andererseits eben auch von der schlechten Zinssituation. Denn sie bekommen die prozentuale Summe ausgezahlt, die ihnen per Garantie versprochen wurde und dies eben auch aus den rechnerisch bestehenden Summen.

Bild: Zinsen von Palingzp, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Lebensversicherungen: Fallender Garantiezins für Neukunden mit negativer Wirkung

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!