ISAF-Einsatz: Bundeswehr soll Trainingsmission nach 2014 leiten

20. April 2013 - 07:22 - keine Kommentare

Laut Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Thomas de Maizière soll sich die Bundeswehr nach Beendigung des NATO Einsatzes in Afghanistan an einer Trainingsmission beteiligen: 600 bis 800 Soldaten sollen dort verbleiben, um bei der Ausbildung der afghanischen Streitkräfte zu helfen.

Nach 13 Jahren am Hindukusch soll es für deutsche Soldaten noch nicht vorbei sein: Wenn der ISAF-Einsatz in Afghanistan 2014 ausläuft, soll die Bundeswehr im Land verbleiben, um dort gemeinsam mit anderen Nato-Staaten für eine Trainingmission Ausbilder zu stellen, wie von Verteidigungsminister de Maizière und Außenminister Westerwelle am Donnerstag mitgeteilt wurde. 600 bis 800 Soldaten könnten dann im Norden des Landes als zweitgrößte Militärpräsenz die Aufgaben übernehmen, die im Süden durch die US-Streitkräfte ausgeführt werden – aus den USA kam auch die Forderung an Deutschland in der „Resolute Support“ genannten Mission eine „Führungsrolle“ einzunehmen, wie es in Medienberichten heißt.

Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan: Bis zu 800 Soldaten für Trainingsmission ab 2015

Noch sind keine konkreten Pläne für die Zeit nach dem gemeinsamen Nato-Einsatz bekannt, doch die Vereinigten Staaten haben über eine 8.000 bis 12.000 Mann starke Nato-Ausbildungstruppe spekuliert, von der 5.000 aus der US-Armee stammen könnten. Auch die Ankündigung von Westerwelle und de Maizière ist nicht endgültig, zunächst müsste der Bundestag über eine weitere Mission entscheiden – der Außenminister zeigte sich jedoch zuversichtlich, hierfür die nötige Zustimmung zu bekommen.

Die Mitteilung kam auch für Medienbeobachter überraschend, denn bislang hatten sich die Nato-Mitgliedsstaaten eher bedeckt gehalten in Bezug auf eine Weiterführung der Mission. Eine deutsche Beteiligung könnte nach 2014 auf zwei Jahre befristet werden, danach könnten 200 bis 300 Soldaten in und um Kabul weitere beratende Tätigkeiten übernehmen. Zuletzt wurde die Einsatztruppe von 5.000 auf 4.200 Soldaten herabgesetzt.

Nato könnte12.000 Soldaten als Ausbilder und Berater stellen

Medienspekulationen zufolge könnte der überraschende Vorstoß der Bundesregierung zum Afghanistan-Einsatz ab 2015 darauf abzielen, auch weitere Länder zu konkreten Aussagen zu bewegen: Es wird gemutmaßt, dass Schweden, Norwegen und die Mongolei angehalten werden sollen, die restlichen Truppen zur Verfügung zu stellen, um die nötige Anzahl an Soldaten – man geht von 1.500 im Norden Afghanistans aus – zu erreichen.

Bild:Afghanistan von USACEpublicaffairs , CC BY – bearbeitet von borlife

 
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