Boston Marathon 2013: Sprengsätze bestanden aus Schnellkochtöpfen

17. April 2013 - 10:54 - keine Kommentare

In den Ermittlungen zum Anschlag auf den „Boston Marathon 2013“ hat die Spurensicherung Teile der Bausätze beider Bomben entdeckt: Mit Schnellkochtöpfen, Schwarzpulver; Nägeln und Kugellagerteilen wurden die Splitterbomben offenbar gemäß einer al-Qaida-Anleitung gebaut – Präsident Obama sprach von einem Terrorakt.

Mehr als 1.000 Beamte von der Polizei und vom FBI sind mit den Ermittlungen zum Bombenanschlag am vergangenen Montag während des traditionellen Bostoner Marathonlaufs am „Patriot’s Day“ beschäftigt: Zwei Sprengsätze explodierten kurz hintereinander und in direkter Nähe zum Zieleinlauf – offenbar sollten die Explosionen die größtmögliche mediale Aufmerksamkeit erregen, denn am Ziel positionierten sich dutzende Kamerateams und Reporter. 140 schwer verletzte Zuschauer und Läufer mussten in die Krankenhäuser gebracht werden, drei von ihnen starben – ein achtjähriger Junge, eine chinesische Gaststudentin und eine 29-jährige Frau.

Anschlag in Boston: Sprengsätze bestanden aus Schnellkochtöpfen

Über 2.000 Hinweise seien bereits bei der Bundesbehörde und bei der Polizei von Boston eingegangen, die nun ausgewertet werden müssen. Die Ermittler hoffen auch auf zufällige Foto- oder Videoaufnahmen der vielen tausend Besucher des „Boston Marathon 2013“, auf denen unter Umständen verdächtige Personen oder weitere Hinweise erkannt werden können. Aus diesem Grund werden auch Flugpassagiere am Flughafen Logan darum gebeten, ihre Aufnahmen zur Verfügung zu stellen.

Die zwei Sprengsätze sollen aus Schwarzpulver bestanden haben, das mit Nägeln und Teilen von Kugellagern in Schnellkochtöpfen zu Splitterbomben vermischt wurde, um durch die Geschosse einen möglichst großen Schaden anzurichten und besonders viele Menschen zu treffen. Die Anleitung zum Bau solcher Bomben sei einem englischsprachigen al-Qaida-Magazin zu entnehmen gewesen, hieß es in Medienberichten.

Marathon-Bombenanschlag war Terrorakt laut Obama

Der 15. April 2013 war nicht nur der Gedenktag für zwei Kämpfe im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und Anlass für den 117ten Boston Marathon, sondern auch das Abgabedatum für die Steuererklärung – erste Vermutungen zu dem Täter oder den Tätern tendierten daher in die Richtung von rechten Gruppierungen, die als steuerfeindlich gelten. Präsident Barack Obama vermied daher in seiner ersten Ansprache nach dem Anschlag auch, von einem Terrorakt zu sprechen. In einer weiteren Rede sagte er jedoch, dass sich die Amerikaner nicht terrorisieren lassen würden.

Bislang sind zum Anschlag auf den Boston Marathon 2013 keine Bekennerschreiben bekannt, etliche extremistische und terroristische Gruppierungen haben jedoch ihre Beteiligung daran bestritten.

Bild:Boston Marathon 2013 von hahatango, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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