Vermögensranking: Zypern auf Platz 2, Deutschland im Mittelfeld

10. April 2013 - 14:12 - keine Kommentare

Die Europäische Zentralbank hat eine Studie vorgelegt, die das Vermögen der Privathaushalte in den Ländern der Euro-Zone beleuchtet. Dabei fällt auf, dass jene Staaten, die sich in einer Finanzkrise befinden, erstaunlich gut abschneiden: Zypern etwa steht deutlich besser da als Deutschland.

Gemäß der Vermögensstudie der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die privaten Haushalte von Zypern im Durchschnitt 670.900 Euro und werden nur noch von jenen in Luxemburg mit 710.100 Euro übertroffen. Deutschland befindet sich im Mittelfeld mit 195.200 Euro, die Slowakei stellt mit 79.700 Euro das Schlusslicht im Ranking dar. Neben dem Durchschnittswert wurde auch der sogenannte Median, der Mittelwert, errechnet, nachdem die Hälfte der Zyprer 266.000 Euro oder mehr besitzt, während die restliche Hälfte darunter liegt – bei den deutschen Sparern liegt dieser Wert bei 51.400 Euro. Diese Studie der EZB dürfte für Zündstoff sorgen, da derzeit massiv über Rettungspakete in Milliardenhöhe diskutiert wird. Allerdings sollten die Ergebnisse dieses Berichts vorsichtig betrachtet werden.

EZB Studie: Durchschnittsvermögen der Euro-Länder

Der Beginn der EZB Studie wurde vor sechs Jahren markiert, als die Euro-Krise sich noch nicht abzeichnete. Zudem basiert sie einerseits auf eigenen Schätzungen innerhalb einer Umfrage, die dann hochgerechnet wurden. Zum anderen schließt sie zu einem nicht unwesentlichen Teil Immobilien zum Gesamtvermögen mit ein, deren tatsächliche Werte von den geschätzten stark abweichen können. Ein Vergleich zwischen den einzelnen Ländern wird auf diese Weise erschwert.

Denn während in manchen Euro-Ländern der Hauseigentümeranteil überwiegt, in der Slowakei werden 90 Prozent erreicht und in Zypern 77 Prozent, zeichnen sich andere Länder, wie etwa Deutschland, durch ein höheres Maß an Mietern aus. Nur 44 Prozent haben hierzulande eigenes Eigentum, während der europäische Durchschnitt bei 60,1 Prozent liegt. Der Schätzwert der Immobilien liegt jedoch sehr hoch und beeinflusst das Durchschnittsvermögen, während jedoch Rentenansprüche, die einen Großteil des deutschen Vermögens ausmachen, nicht mit in die EZB Studie einflossen.

Zypern steht im Vermögensranking besser da als Deutschland

Recht weit oben im Vermögensranking der EZB befinden sich auch Malta, Belgien, Spanien und Italien, die allesamt während der anhaltenden Euro-Krise angeschlagen sind oder zumindest negative Auswirkungen erlitten. Gerade im Vergleich jedoch zu Zypern, als derzeit besonders diskutiertes Euro-Land, wird die Schwierigkeit im Ergebnis der Studie deutlich. Nicht die Zyprer selbst, und schon gar nicht jeder einzelne, besitzt die ermittelten Summen. Vielmehr haben sich in dem als Steuerparadies geltenden Inselstaat wirtschaftlich erfolgreiche Ausländer, zumeist aus Russland, niedergelassen, deren Vermögen und Sachwerte mit in die Umfrage einflossen.

Bild: Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main von weekendpower, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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