Lufthansa-Warnstreiks: Ver.di setzt Streiks an Flughäfen aus

9. April 2013 - 13:57 - keine Kommentare

Im Streit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mit der Fluggesellschaft Lufthansa wurde eine Pause im Arbeitskampf eingelegt: Auch wenn man sich noch lange nicht einig zu sein scheint, verzichtet die Gewerkschaft auf Warnstreiks bis zur Mitte April kommenden nächsten Verhandlungsrunde.

Laut Ver.di Sprecher Christoph Schmitz hat die Gewerkschaft beschlossen, bis zum 17. April 2013, wenn sie sich wieder mit den Vertretern der Deutschen Lufthansa an den Verhandlungstisch setzen, auf Warnstreiks und andere Aktionen im Arbeitskampf zu verzichten. Bereits zu Ostern war von weiteren Arbeitsniederlegungen abgesehen worden, obwohl die Verhandlungen vertagt werden mussten und die Lufthansa vorsorglich 700 Flüge strich. Neben höheren Bezügen für 33.000 Mitarbeiter der Fluggesellschaft fordert die Gewerkschaft vor allem besseren Schutz vor Kündigungen im Angesicht des Lufthansa-Sanierungsprogramms „Score“.

Ver.di setzt Warnstreiks an Flughäfen aus

Wie sehr die Ansichten von Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern auseinander gehen, sieht man im Katalog der Forderungen beider Seiten: Während Ver.di für über dreißigtausend Angestellte 5,2 Prozent mehr Vergütung möchte und zudem sich für den Kündigungsschutz stark macht, hat die Deutsche Lufthansa nicht nur vor 3.500 Stellen zu streichen, sondern erwartet auch von den Mitarbeitern eine Nullrunde bei Gehalterhöhungen, die sich bis zum Januar 2015 erstrecken soll. Dafür sollen die Mitarbeiter dann aber auch eine Stunde länger in der Woche arbeiten müssen.

Hintergrund für die wenig Arbeitnehmer-freundlichen Forderungen der Lufthansa sind zum einen der von Billig-Fliegern und hochklassigen Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten bedrohte Absatzmarkt und zum anderen der daraus resultierende Preisverfall für Flugtickets und die ausbleibende Kundschaft. Um die 1,5 Milliarden Euro aufzubringen, mit denen das Ergebnis der Fluggesellschaft bis zum Jahr 2015 verbessert werden sollen, wird auch die Zentrale des Unternehmens in Köln geschlossen.

Lufthansa will massive Einsparungen und Kündigungen durchsetzen

Die Fronten können also zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern als durchaus verhärtet angesehen werden – Jürgen Weber, Noch-Aufsichtsratschef bei der Deutschen Lufthansa, sieht Überkapazitäten, die seiner Meinung nach auch Fluggesellschaft-übergreifend auftreten und sich durch Fusionen und Übernahmen austarieren ließen. Ver.di-Chef Frank Bsirske, der auch als Arbeitnehmervertreter im Lufthansa-Aufsichtsrat ist, spricht im Zusammenhang mit den Forderungen des Managements von „Lohnraub“ und sieht sie auch im Zuge der Gewinne des Unternehmens als nicht gerechtfertigt an.

Bild: Lufthansa von BriYYZ, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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