Nordkorea bereitet Raketentests vor – Japan wappnet sich

9. April 2013 - 10:12 - keine Kommentare

Im Zuge der anhaltenden Drohhaltung Nordkoreas hat jetzt auch Japan Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Da noch in dieser Woche weitere Atomraketentests des Kim Jong Un Regimes befürchtet werden, wurde in der Innenstadt Tokios ein Raketenabwehrsystem aufgestellt, das Marschkörper innerhalb japanischer Gebiete abfangen soll.

Aus Pjöngjang wurden in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder neue Drohungen ausgestoßen, die sich vornehmlich an Südkorea und die USA richteten: Mit dem Süden stand Nordkorea seit 1953 in einem Waffenstillstand, der nun einseitig aufgehoben wurde, die Vereinigten Staaten haben als Verbündeter der Südkoreaner etwa 30.000 Soldaten auf der Halbinsel stationiert. Doch die nordkoreanischen Drohungen schließen auch andere Pazifikstaaten mit ein – so auch Japan, dessen geschichtliche Verbindung mit Korea mehr als schwierig ist. Für den Eventualfall wurden in Tokio nun Patriot-Raketen installiert, die einer nordkoreanischen Bedrohung gegenüberstehen sollen.

Nordkoreanische Drohungen: Japan reagiert mit Sicherheitsmaßnahmen

Japans Premierminister Shinzo Abe betonte die Entschlossenheit seines Landes, sich gegen jede Aggression schützen zu wollen, sah das nun in der Tokioter Innenstadt aufgestellte Raketenabwehrsystem jedoch in erster Linie als Sicherheitsmaßnahme. Der Installation sind konkrete Drohungen aus Pjöngjang zuvor gegangen, in denen Japan gewarnt wurde, „blind der US-Politik zu folgen“, wie Medienberichte die Parteizeitung Nordkoreas, Rodong Sinmun, zitieren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Nordkorea seine Atomkriegs-Drohung gegen die USA in die Tat umsetzen kann, ist gering, da die Reichweite und die Technologie hierfür nach Expertenmeinung nicht ausreichten – Ziele im Pazifik, darunter Südkorea, einige Inseln mit Militärbasen der Vereinigten Staaten wie Guam, Hawaii und eben Japan könnten jedoch angegriffen werden. Am vergangenen Montag hatte der Verteidigungsminister Japans, Itsunori Onodera, die Zerstörung sämtlicher Flugkörper aus Nordkorea im japanischen Luftraum befohlen, woraufhin die Marine Zerstörer entsandte, die ebenfalls über Raktenabwehrsysteme verfügen.

Japan installiert Raketenabwehrsystem in Tokio

Nordkorea hat währenddessen die gemeinsam mit dem Süden betriebene Sonderwirtschaftszone in Kaesong schließen lassen – 53.000 Nordkoreaner, die hier für südkoreanische Firmen arbeiten, blieben zu Hause und brachten das letzte Gemeinschaftsprojekt der beiden Staaten somit zum Erliegen. Als Reaktion auf die anhaltenden Spannungen wurde ein US-Interkontinentalraketentest verschoben, während von Nordkorea noch in dieser Woche ein weiterer Test erwartet wird. Zu den wiederholten Drohungen gesellte sich am Wochenende auch die Verlegung einer Rakete zur nordkoreanischen Abschussinstallation.

Bild: Kim Jong Un von petersnoopy, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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