Peer Steinbrück: SPD-Kanzlerkandidat schließt CDU- und FDP-Koalition aus

4. April 2013 - 10:32 - 1 Kommentar

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück befindet sich derzeit auf einer Bundesländertour und sprach dabei vor 400 Gästen am Mittwoch im Berliner Tempodrom. In der Frage- und Antwort-Runde schloss er sowohl eine Koalition mit der FDP als auch mit der CDU aus.

Peer Steinbrück hat sich in den letzten Wochen rar in der Öffentlichkeit gemacht und suchte stattdessen die Nähe zu den Wählern, bei ihnen zu Hause zu „Wohnzimmergesprächen“. Auch wenn er bemängelte, die Besuche würden vor allem bei einem Personenkreis seines Alters stattfinden – die ihre Erfahrungen weder twittern noch SMSen oder auf Facebook posten und somit für öffentliches Interesse sorgen –, stellte der Kanzlerkandidat der SPD sich ihren Fragen direkt. Im Berliner Tempodrom hat er dies nun im größeren Rahmen angestrebt und sich dabei in erstaunlich vielen Wahlkampf-Punkten festgelegt, wie Medien berichten.

Peer Steinbrück: Koalition nur mit den Grünen

400 Gäste hatten die Möglichkeit, dem SPD-Kanzlerkandidaten im Tempodrom ihre Fragen zu stellen, und Peer Steinbrück antwortete auf nicht unbedingt immer populäre, doch zumindest wahre Weise: Während des Gesprächs mit dem Publikum legte er sich klar fest, keine Koalition mit der FDP eingehen zu wollen und auch für eine Große Koalition mit der CDU nicht zur Verfügung zu stehen. Sein erklärtes Ziel sei es mit den Grünen als Bundeskanzler eine Mehrheit zu erreichen.

Auch an jenen Stellen, an denen andere Parteien mit Steuersenkungsversprechen auf Wählerfang gehen, zeigte sich Steinbrück unnachgiebig: Er plädiert auf eine Anhebung des Beitrages zur Pflegeversicherung auf 2,55 Prozent des Bruttogehaltes oder -lohns – mit dieser 0,5-prozentigen Erhöhung sollen grob gerechnet 5 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Inwieweit ihm eine solche Einstellung bei der kommenden Bundestagswahl im September 2013 helfen kann, bleibt abzuwarten.

Als ebenfalls unpopulär erwies sich bei seiner Frage-und-Antwort-Stunde im Berliner Tempodrom eine gewisse Nicht-Wertschätzung gegenüber der SPD-Politik im Kleinen, wie an der Beantwortung einer Wortmeldung einer Kommunalparlamentarierin der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz/Zehlendorf zu sehen war.

SPD-Kanzlerkandidat legt sich fest

Dafür berichtete er aber von seinen Erfahrungen mit jungen Unternehmen und der Gründerszene in Berlin, von der er sich angetan zeigte. Auch sprach er sich gegen die Rettung von Steuern in jene Länder aus, die sich durch ausgesprochen niedrige Steuersätze auszeichnen. Eine Reichensteuer von 75 Prozent, wie sie in Frankreich durchgesetzt wurde, lehnte er hingegen ab. Zum Abschluss versprach er einem 22-jährigen WG-Bewohner, ihn und seine Zimmergenossen in Kreuzberg zu besuchen – da die bisherigen Wohnzimmergespräche, bei denen keine Reporter anwesend sind, Multiplikatoren benötigten, die er in der jungen Wählerschaft sähe.

Bild:Peer Steinbrück von lukaspaslawski , CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Peer Steinbrück: SPD-Kanzlerkandidat schließt CDU- und FDP-Koalition aus

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von maximal am 1. Dezember 2013 - 19:36 Uhr

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