Verbraucherverband kritisiert Offshore-Windparks

2. April 2013 - 11:49 - keine Kommentare

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat sich in die Diskussion um teuren Strom aus Windkraft eingebracht: Laut Medienberichten hat der VZBV sowohl die Wirtschaftlichkeit der Offshore-Windparks als auch ihre technologischen Möglichkeiten als „Irrläufer“ bezeichnet und den Stopp von neuen Projekten gefordert.

Die Windkrafträder zur Gewinnung erneuerbarer Energien in den Offshore-Windparks in der Nordsee zeichnen sich durch enorm hohe Kosten aus: Nicht nur die Fertigung und die Aufstellung der Räder, auch ihr Betrieb und der Bau der Stromleitungen wird mit hohen Summen beziffert, die ihrerseits auf den Strompreis umgelegt werden. Der „Verbraucherzentrale Bundesverband“ (VZBV) hat sich nun in einer Analyse gegen diese Form der Energiegewinnung ausgesprochen und ihren Nutzen auf wirtschaftlicher wie auf technischer Ebene angezweifelt.

Kritik an Windparks: Verbraucherzentrale hinterfragt Wirtschaftlichkeit

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass vor allem der Bau von Windparks in weiter Entfernung zum Festland keine Zukunft hätte und die Verbraucher zu viel kosten würde: Währenddessen brächten küstennahe Windkraftanlagen den Schätzungen des Energieexperten Holger Krawinkel zufolge den gewünschten Erfolg, sie seien jedoch in Deutschland durch das Wattenmeer nicht einsetzbar. Der VZBV findet auch klare Worte für einen weiteren Verlauf der Energiewende: Die Verbraucherschützer plädieren auf einen sofortigen Stopp des Aufbaus von Offshore-Anlagen und meinen auch, die gesamte Ausrichtung der erneuerbaren Energien müsse überdacht werden.

Bis zum Jahr 2020 sollen Anlagen gebaut werden, die 10.000 Megawatt aus den Windparks in der Nordsee und der Ostsee in das Stromnetz einspeisen können, bis 2030 soll sich dieser Wert auf 25.000 Megawatt steigern – ein großes Ziel, bedenkt man, dass momentan lediglich 200 Megawatt geleistet werden. Dafür fallen hingegen die Einspeisevergütungen für Windkraftanlagen sehr hoch aus: Neu errichtete Windräder werden auf die Umlage aus dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gerechnet, die einen nicht unwesentlichen Bestandteil am Strompreis hält – 19 Cent pro Kilowattstunde fallen als Anfangsvergütung an.

Offshore Windparks: Verbraucherverband fordert Ausstieg

Aus der Branche selbst heißt es, die Windanlagen seien am Anfang teurer als andere Energiegewinnungsmöglichkeiten, würden sich später allerdings günstiger rechnen. Derweil verläuft der Netzanschluss des Ökostromanlagen stockend, wodurch weitere Kosten auf die Verbraucher zukommen, wie etwa die Sonderumlage, mit der die Zusatzkosten aufgefangen werden sollen. Neun Euro sollen hierdurch jährlich von einem durchschnittlichen Haushalt für die Windparks getragen werden.

Bild:Windpark von m.prinke, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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