Atom-Drohungen aus Nordkorea: USA lässt Zerstörer Stellung beziehen

2. April 2013 - 11:12 - keine Kommentare

Die USA reagieren mit Vorsicht auf die neuerlichen Drohungen aus Nordkorea: Das Regime von Kim Jong Un verschärfte am vergangenen Wochenende erneut die Rhetorik gegenüber Südkorea und stellte einen Atomkrieg in Aussicht. Ein US-Lenkwaffen-Zerstörer bezog Stellung vor der koreanischen Küste.

Seit einigen Wochen wird von Nordkorea aus dem südlichen Nachbarn und dessen Verbündeten massiv gedroht, am letzten Wochenende wurde aus Pjöngjang sogar von einem Atomschlag gegen Südkorea gesprochen – während die USA nach wie vor keine Anzeichen für ein Umsetzen der Kriegsrhetorik sehen, wurden jedoch vorsichtshalber der Zerstörer „USS Fitzgerald“, dessen Abwehrsysteme einen Raketenangriff vereiteln sollen, vor der Küste Koreas belassen. Er sollte eigentlich nach dem sei Anfang März laufenden, gemeinsamen Manöver Südkoreas und der Vereinigten Staaten wieder nach Japan auslaufen.

Nordkorea: Kriegsrhetorik gegen Südkorea und USA

Dieses Manöver wird als Grund für das nordkoreanische Säbelrasseln angesehen: Die beiden koreanischen Länder, die nach dem Krieg in den 1950ern lediglich einen Waffenstillstand vereinbarten, befinden sich de facto noch im Krieg und der Norden sieht die Truppenübungen mit den USA als großes Feindbild als Provokation an. Gleichzeitig fühlt sich der Süden nicht nur von der Rhetorik des Kim Jong Un Regimes bedroht, sondern auch von den nordkoreanischen Atomtests, für die das kommunistische Land weltweit kritisiert wurde.

Aufgrund dieser Machtdemonstrationen wurden auch die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft, selbst der Verbündete China hat sich den Protesten angeschlossen – die aktuell scharfen Drohungen können als Reaktion auf die internationale Isolierung gesehen werden, wobei es auch Vermutungen gibt, dass sich das Regime innenpolitisch neu aufstellt. Mit Pak Pong Ju wurde ein neuer Ministerpräsident bestellt, der vor allem die am Boden liegende Wirtschaft ankurbeln soll.

Tatsächlich vermuten Experten, dass auch das Rasseln mit den Säbeln hierfür dienlich sein soll: Einerseits soll den Nordkoreanern Einheit vermittelt werden, andererseits soll die Verhandlungsposition des Landes gestärkt werden.

US-Zerstörer und Militärflugzeuge nach Südkorea verlegt

Aus Washington heißt es, trotz der aggressiven Aussagen aus Pjöngjang gäbe es keine Anzeichen für eine Verschärfung des Konflikts. Allerdings bezog die „USS Fitzgerald“ in nächster Nähe Nordkoreas Stellung und es wurden je zwei F-22 Raptor Tarnkappenjäger, B-2 Stealth Bomber und B-52 Bomber in südkoreanische Stützpunkte verlegt. Die B-52s sind dazu geeignet, Atomwaffen zu transportieren und abzuwerfen. Die Staatspräsidentin von Südkorea, Park Geun Hye, hat ebenfalls mit scharfen Worten auf die Drohungen aus dem Norden reagiert und ihre Armee angewiesen, auf Angriffe ohne „politische Rücksichtnahme“ zu antworten.

Bild: Zerstörer von Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland., CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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