Erneuerbare Energien: Energiewende entgleitet den Grünen im Wahlkampf

28. März 2013 - 09:52 - keine Kommentare

Jürgen Trittin ist als Spitzenkandidat der Grünen für einige Parteimitglieder nicht zentral genug in Fragen der Energiewende eingebunden. Medienberichten zufolge wünschen sich große Teile eine Ablösung der Dominanz von CDU und FDP in umweltpolitischen Fragen durch den ehemaligen Umweltminister.

Die Umweltpolitik der Grünen gehört zu den am meisten wahrgenommenen Themen der Partei, das Engagement in Fragen der Atomkraft, der Luftverschmutzung und der Abfallentsorgung wird neben den sozialen Bereichen als elementar für das Selbstverständnis der Politiker und ihrer Wähler angenommen. Die Energiewende hingegen, die zu einem Großteil auch auf Bestrebungen der Partei basiert, scheint ihr mehr oder minder aus der Hand genommen, seitdem Umweltminister Altmayer und Finanzminister Rösler sie beinahe täglich mit neuen Ideen und Informationen bestimmen.

Trittin klammert Energiewende aus dem Wahlkampf aus

Besonders auffällig scheint dabei das Fehlen einer Position des Spitzenkandidaten der Grünen bei der Bundestagswahl 2013 zu sein: Jürgen Trittin, der sieben Jahre lang, zwischen 1998 und 2005 Umweltminister war, gilt als einziger echter Experte für die vielen verschiedenen Ebenen der Energiewende, inklusive der Problematik um den technischen Ausbau, die Netzleitungen zwischen Norden und Süden, der Speicherung des regenerierbaren Stroms und der europäischen und deutschen Rechtslagen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Doch zu Beginn des Wahlkampfes hält sich der 58-jährige Politiker zurück und setzt lieber auf Themenbereiche aus der Finanzpolitik. Die Tageszeitung „Die Welt“ zitiert etliche grüne Politiker, die bemängeln, dass die CDU und die FDP derzeit die Diskussion um die Energiewende bestimmen, von ihrem Spitzenkandidat jedoch keine Zentralrolle übernommen würde. Auf Länderebene würde zwar verhandelt werden, ein eigenes Gegenkonzept und eine Betonung auf die ursprüngliche Ausrichtung der Partei im Wahlkampf werden allerdings vermisst.

Grüne Umweltpolitik: Janecek fordert Masterplan

Dieter Janecek, Vorsitzender der Grünen in Bayern, sprach mit der Zeitung über die Kernkompetenz seiner Partei bei umweltpolitischen Themen und forderte einen „Masterplan“, an dem bereits vor der Wahl gearbeitet werden könnte. Trittins Wahlkampf sei hingegen der Zeitung nach auf eine Positionierung gegen die und eine Kritik an der Merkel-Regierung ausgerichtet, die ihrerseits besonders Schwierigkeiten bei der Strompreisentwicklung auf die Positionen der Grünen schiebt.

Der Reform-Flügel der Realos innerhalb der Grünen versucht währenddessen, die Belastungen der Energiewende sowohl für die Verbraucher als auch für Industriebetriebe klein zu halten und Jürgen Trittin als zentrale Figur auch in diesem Aspekt des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2013 zu gewinnen.

Bild:Jürgen Trittin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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