Flughafen Berlin-Tegel: Mehdorn will Betrieb aufrecht halten – Ramsauer ist dagegen

25. März 2013 - 11:00 - 1 Kommentar

Anlässlich des ersten Direktfluges zwischen Berlin und Chicago hat sich der neue BER-Chef Hartmut Mehdorn erneut für einen Erhalt des Flughafens Berlin-Tegel ausgesprochen – auch Bürgermeister Wowereit erkannte die Attraktivität des Standortes. Währenddessen ist Verkehrsminister Ramsauer weiterhin für eine Schließung.

Die Schwierigkeiten am neuen Hauptstadt-Großflughafen Berlin-Brandenburg halten an: Unter anderem wird eine ausreichende Kapazität des BER angezweifelt, sobald er eröffnet werden kann und der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, hat schon beim Antritt seines neuen Postens einen Erhalt des Flughafens Berlin-Tegel zur Diskussion gestellt. Nun hat er bei der Feier zum ersten Direktflug von Berlin nach Chicago noch einmal betont, dass erneut geprüft werden müsse, ob ein Weiterbetrieb des TXL nach Eröffnung des Berlin-Brandenburg International sinnvoll sein könnte. Kritiker wie der Verkehrsminister Peter Ramsauer hielten sofort dagegen.

Berlin-Tegel: Mehdorn spricht sich erneut für den alten Flughafen aus

Schon nach Mehdorns erster Äußerung zur Erhalt von Tegel reagierte Brandenburgs Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzender des BER Manfred Platzeck mit einem Hinweis auf bestehende Verträge, Pläne und die Rechtslage: Sechs Monaten nach Inbetriebnahme des BBI müsse Berlin-Tegel geschlossen werden – ein Umstand, auf den auch Ramsauer in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ betonte.

Die Betriebsgenehmigung würde ein halbes Jahr nach der Eröffnung des BER erlöschen, wann auch immer dies der Fall sein wird. Er bemängelte auch Mehdorns erneuten Vorstoß, da für ihn eine Diskussion über den Erhalt Tegels neue und unnötige „Gefechtsfelder“ eröffne, wie der Verkehrsminister gegenüber der Zeitung sagte.

Eine Forsa-Umfrage hat derweil ermittelt, dass 69 Prozent der Berliner den Weiterbetrieb von Berlin-Tegel begrüßen würden. Auch der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat zur Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ das „Besondere“ am alten Flughafen erkannt und die „hohe Attraktivität“ basierend auf kurzen Wegen betont. Gleichzeitig sprach er sich jedoch erneut für den neuen Flughafen aus, da Tegel „aus allen Nähten“ platze.

Verkehrsminister Ramsauer: Rechtslage zur Schließung Tegels sei deutlich

Der Geschäftsführer des Interessenverbands der Geschäftsflieger und ehemalige Flughafenchef Hans-Henning Romberg hat eine weitere Idee über eine mögliche Weiterführung des Betriebs in Tegel geäußert: Ihm schwebt eine nicht-zivile Nutzung exklusiv für die Bundesregierung und ein Gastrecht für Geschäfsflieger vor, die nicht mit den Planungsbeschlüssen kollidieren würde.

Während für Verkehrsminister Ramsauer die Lage in Berlin-Tegel auf rechtlicher Basis klar ist, hat Hartmut Mehdorn noch einmal betont, dass die Voraussetzungen neu besprochen werden müssten.

Bild:Flughafen Tegel von byteschieber, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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Kommentare zu Flughafen Berlin-Tegel: Mehdorn will Betrieb aufrecht halten – Ramsauer ist dagegen

Zu diesem Beitrag gibt es 1 Kommentar.

von Mike am 26. März 2013 - 06:58 Uhr

Tegel ist Urlaub für die Berliner und war immer der Arschretter. Die Berliner lieben Tegel, die Politiker sind wiedermal bürgerfeindlich und haben keine Ahnung.

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