Zypern: Staatspleite verhindert – Rettung beschlossen

25. März 2013 - 10:13 - keine Kommentare

Nach langen Verhandlungen am Wochenende haben sich die EU-Finanzminister auf einen Weg geeinigt, durch den Zypern vor der Staatspleite gerettet werden kann: Anstelle einer umfassenden Zwangsabgabe soll nun die zweitgrößte Bank abgewickelt werden, um den Voraussetzungen für ein Hilfspaket zu genügen.

Die EU-Finanzminister haben in Abstimmung mit der Regierung Zyperns einen neuen Plan entwickelt, der das Euro-Land vor der Staatspleite retten soll: Die umstrittene Zwangsabgabe wurde dabei in eine Zerschlagung der zweitgrößten Bank des Landes umgewandelt als Grundlage für das 10 Milliarden Euro schwere Rettungspaket in Form von Kredithilfen aus Europa. Die Finanzminister folgten dabei in buchstäblich letzter Minute einem Vorschlag der Troika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission, als sie sich um zwei Uhr nachts einigten – wäre bis zum Montagabend keine Einigung zustande gekommen, wäre der Inselstaat zahlungsunfähig gewesen.

Staatspleite: Zypern kommt noch einmal davon

Da die Banken Zyperns bereits insolvent sind, war eine Zwangsabgabe der Bankkunden angedacht worden: Einlagerungen bis 20.000 Euro wären nicht betroffen gewesen, darüber hätten je nach Geldmenge unterschiedliche Prozente zur Rettung abgegeben werden müssen. Doch diese Regelung hat in Zypern und auch in der Euro-Zone für Empörung gesorgt, während auch angezweifelt wurde, wie sinnvoll sie gewesen wäre.

Nun soll in erster Linie die Laiki Bank daran glauben: Die Konten des zweitgrößten zyprischen Geldinstituts sollen aufgeteilt werden – alle Beträge über 100.000 Euro werden auf eine Bad Bank übertragen, wodurch 4,2 Milliarden Euro zusammenkommen sollen. Kontobeträge unterhalb dieser Grenze seien gesetzlich geschützt und würden auf das größte Kredithaus, die Bank of Cyprus, übertragen. 9 Milliarden Euro Schulden der Laiki Bank bei der EZB sollen ebenfalls übernommen werden und während Kleinsparer keine Verluste durch diese Regelungen hinnehmen müssten, würden diejenigen mit hohen Einlagen bis zu 40 Prozent hiervon verlieren.

Zyprische Bank wird abgewickelt, Hilfspaket gesichert

Zypern, dessen Finanzsektor einen achtfachen Überhang zur wirtschaftlichen Leistung des Landes aufweist, benötigt 17 Milliarden Euro zur Rettung – die Troika wollte einem Hilfspaket von 10 Milliarden nur dann zustimmen, wenn sieben Milliarden von dem Mittelmeer-Staat selbst gestemmt würden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach sich für den erzielten Kompromiss aus, während auch die Börse positiv reagierte: Der Euro konnte am Nikkei um 0,7 Prozent gegenüber dem Yen und 0,4 Prozent gegenüber dem Dollar ansteigen. Eine letztendliche Entscheidung über die Einigung der EU-Finanzminister und der zyprischen Regierung über die Abwendung der Staatspleite Zyperns wird im April erwartet.

Bild:Zypern von Dan.., CC BY – bearbeitet von borlife.

 
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