Medizin: Bereitschaft zu Organspenden in Deutschland gesunken

11. März 2013 - 14:45 - keine Kommentare

Die Skandale rund um die Vergabe von Spenderorganen haben in Deutschland negative Spuren hinterlassen. Mehr als ein Drittel aller Bundesbürger teilten nun mit, dass ihre Bereitschaft zu einer Organspende zurückgegangen sei. Allerdings verbuchte eine erste Initiative bereits Erfolge gegen diesen Missstand.

Aus einer neuen Forsa-Umfrage geht hervor, dass bei 35 Prozent der Deutschen die Bereitschaft zur Organspende zurückgegangen sei. Der Grund für diese Entwicklung seien die Skandale rund um die Vergabe von Spenderorganen. Nun fordern 88 Prozent der Befragten mehr Transparenz. Außerdem fühlt sich fast die Hälfte der Teilnehmer der Umfrage zu wenig über die Umstände einer Organspende informiert. Doch die Techniker Krankenkasse (TK), die diese Meinungsforschung in Auftrag gab, konnte durch eine erste Initiative bereits Erfolge gegen diesen Missstand verbuchen.

Kontrollen sollen verschärft werden

Bei über 40 Lebertransplantationen soll in Regensburg getrickst worden sein. Bereits seit acht Monaten laufen nun die Ermittlungen und weiterhin gehen Experten davon aus, dass die zahlreichen Manipulationen einem System unterlagen. Auch in München und Leipzig sollen verschiedene Methoden angewandt worden sein, um die vorliegenden Gesetze zu umgehen. Bisher wurden Krankenakten an den entsprechenden Standorten medizinisch gründlich studiert und Klinikvertreter befragt. Bei Auffälligkeiten kamen Ärzte und Juristen zum Einsatz, die in der entsprechenden Angelegenheit für Klarheit sorgen sollten.

Derweil lässt das Bundesgesundheitsministerium gesetzliche Änderungen im Bereich der Strafnormen um das Ärzte-Berufsrecht prüfen. Allerdings rückt das Ende der Regierungsperiode, in der Gesetze verabschiedet werden können, immer näher. Damit gilt eine gesetzliche Änderung innerhalb der nächsten Wochen und Monate als unrealistisch. Sogar für die zuständigen Staatsanwaltschaften ist derzeit fraglich, ob und wie eine Manipulation von Daten zu ahnen sei.

Aufklärungsmaterial sorgt für erste Erfolge

Dem aktuellen Trend entgegenwirken will die Techniker Krankenkasse. Sie verschickte in einer Anschreibewelle an ihre Kunden umfassendes Aufklärungsmaterial im Bereich der Organspenden. Mit 31 Prozent der Versicherten der Techniker Krankenkasse haben zehn Prozentpunkte mehr als im Bundesschnitt einen Spendeausweis. Dabei bekommt ein Großteil der Mitglieder der TK, die als erster Kassenriese diesen Weg eingeschlagen hat, erst in den kommenden Wochen Post mit dem Aufklärungsmaterial.

Bild:Organspende von MilitaryHealth, CC BY – bearbeitet von borlife.

 
VN:F [1.9.18_1163]
0.0 / 5.0 - 0 Bewertungen
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Medizin: Bereitschaft zu Organspenden in Deutschland gesunken

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!