Leichtathletik-WM: 5 Medaillengewinner positiv getestet

8. März 2013 - 14:23 - keine Kommentare

Erneut muss die Leichtathletik einen Dopingskandal hinnehmen. Bei Nachproben der Weltmeisterschaft 2005 wurden drei Gold- und zwei Silbermedaillengewinner des Dopings überführt. Sollten sich die positiven Tests der fünf Athleten, die allesamt aus Osteuropa stammen, bestätigen, würde Hammerwerfer Markus Esser doch noch zu einer WM-Medaille kommen.

Wie der Weltverband der Leichtathletik, die International Association of Athletics Federations (IAAF) heute bekannt gab, wurden fünf Sportler bei Nachtests der Weltmeisterschaft 2005 positiv getestet. Bevor über mögliche Sperren für das Quintett entschieden wird, müssen Zweitproben den Verdacht auf Doping bestätigen. Profitieren könnte Hammerwerfer Markus Esser, der bei der Weltmeisterschaft 2005 in Helsinki den vierten Platz belegt hatte. Nun winkt ihm erstmals in seiner Karriere eine Medaille bei einem Großereignis.

Drei Weltmeister überführt

Überführt wurden gleich drei Athleten aus der Sportart Hammerwerfen. Die russische Weltmeisterin Olga Kusenkowa steht ebenso vor einer Aberkennung ihrer Goldmedaille, wie ihr weißrussischer Kollege bei den Herren. Dort gewann Iwan Tichon vor seinem Landsmann Wadim Dewjatowski. Sollte den beiden Weißrussen ihre Medaille aberkannt werden, würde der Leverkusener Markus Esser nachrücken. Der 33-Jährige belegte bei der WM in Helsinki im Jahr 2005 den vierten Platz und verpasste einmal mehr eine Medaille bei einem Großereignis. Falls sich der Verdacht auf Doping bei Tichon und Dewjatowski bestätigt, würde Esser um zwei Plätze vorrücken und die Silbermedaille nachträglich erhalten.

Neben den drei Athleten aus dem Bereich des Hammerwerfens wurde außerdem die weißrussische Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk positiv getestet. Das Quintett vervollständigt die russische Weitspringerin Tatjana Kotowa. Damit muss die Leichtathletik einen weiteren Dopingskandal verbuchen, denn bereits in der Vergangenheit wurden zahlreiche Topathleten beim Gebrauch von unerlaubten Substanzen überführt.

Weltverband sieht positiven Schritt

Der Weltverband IAAF zieht aus den neuesten positiven Tests aber auch positive Schlüsse. Präsident Lamine Diack sprach sogar von einem „Meilenstein im Anti-Doping-Kampf“. Allerdings bleibt weiterhin unklar, welche Strafen gegen die des Dopings überführten Sportler ausgesprochen werden. Die meisten von ihnen sind nicht mehr im Leistungssport aktiv. Hinzu kommt, dass die Kugelstoßerin Ostaptschuk derzeit sogar gesperrt ist. Die Weißrussin wurde bei den Olympischen Spielen in London positiv getestet und musste ihre damals errungene Goldmedaille wieder abgeben. Die Leistungen der fünf Sportler bei der WM in Helsinki, die des Dopings überführt wurden, will der Weltverband annullieren. Damit würde Markus Esser doch noch die Silbermedaille erhalten.

Bild:Leichtathletik von markow76, CC BY – bearbeitet von borlife.

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