Deutsche Bahn: Zugfahrkarten könnten durch S21-Mehrkosten steigen

7. März 2013 - 11:42 - keine Kommentare

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer befürchtet, dass die Fahrgäste für die Mehrkosten von Stuttgart 21 aufkommen müssen: Da sich weder das Land Baden-Württemberg noch die Stadt daran beteiligen wollen, könnten sie über die Fahrkarten auf die Kunden der Deutschen Bahn umgelegt werden.

Vor kurzem wurde die Kostenrechnung für das nach wie vor umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 um 2,3 Milliarden Euro erhöht – eine angenommene Gesamtsumme von etwa 6,5 Milliarden Euro sollen nun zur Fertigstellung des schon vor Jahren geplanten, doch dann in die öffentliche Kritik gekommenen Bauvorhabens aufgewendet werden. Doch die Stadt Stuttgart und das Bundesland Baden-Württemberg, die beide bereits 238,58 Millionen, beziehungsweise 823,8 Millionen Euro der bisherigen Kosten tragen, weigern sich, auch für die Mehrkosten aufzukommen. Peter Raumsauer (CSU) warnt davor, dass diese Kosten nun über die Preise für Zugfahrkarten eingenommen werden könnten.

Stuttgart 21: Mehrkostendeckung durch höhere Fahrpreise

Der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bemängelte die Weigerung vor allem Baden-Württembergs, die rund 2 Milliarden Euro zu zahlen, da das Bundesland, die Landeshauptstadt Stuttgart und die Deutsche Bahn gemeinsam das Projekt geplant und ins Leben gerufen hätten. Die Steigerung von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro und der Weiterbau von Stuttgart 21 wurde diese Woche durch den Bahn-Aufsichtsrat beschlossen.

Der Meinung Peter Ramsauers schließt sich auch Anton Hofreiter von den Grünen an: Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag glaubt, dass eine Fahrpreis-Erhöhung wahrscheinlich ist, allerdings unter Umständen nicht in absehbarer Zeit umgesetzt werde. Die Kostendeckung könnte durch die DB „wenigstens mittelfristig auf die Tickets umgelegt werden“, wie die „Zeit“ ihn zitiert.

S21 kostet die Bahn 6,5 Milliarden Euro

Bei den Bahnpreisen könnte es eine Erhöhung um drei Prozent für die nächsten zehn Jahren geben, durch die die S21-Mehrkosten auffangen würde. Zu dieser Rechnung gelangt die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (THW): Christian Böttger, der als Experte für die Belange der Bahn gilt, stimmt den beiden Politikern von der CSU und den Grünen jedoch in ihrer Einschätzung nicht zu. Er hält es für wahrscheinlicher, dass durch den Bau von Stuttgart 21 andere Bahnhöfe nicht die nötigen Instandsetzungen erfahren würden, die Kosten also durch Einsparungen in der DB-Infrastruktur eingeholt würden.

Bild: Deutsche Bahn erhöht die Ticketpreise von mattbuck4950, CC BY – bearbeitet von borlife.

Deutsche Bahn: Zugfahrkarten könnten durch S21-Mehrkosten steigen, 5.0 out of 5 based on 1 rating
 
VN:F [1.9.18_1163]
5.0 / 5.0 - 1 Bewertung
 
 

Hinterlasse eine Meinung zu: Deutsche Bahn: Zugfahrkarten könnten durch S21-Mehrkosten steigen

* Pflichtfeld - E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!